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14.12.2017Gedenken an die Opfer des NS-Völkermords an Sinti und Roma

Kulturstaatssekretärin Ulrike Gutheil hat heute in der Gedenkstätte Sachsenhausen (Landkreis Oberhavel) bei einer Gedenkveranstaltung des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma anlässlich des 75. Jahrestages des ‘Auschwitz-Erlasses‘ der Opfer des NS-Völkermordes gedacht. „Mit dem berüchtigten ‘Auschwitz-Erlass‘, der vor 75 Jahren unterzeichnet wurde, begann das NS-Regime nach jahrelanger Verfolgung und Unterdrückung im Jahr 1943 mit der systematischen Deportation und Ermordung der europäischen Sinti und Roma. Mit grauenhaften Konsequenzen: Rund 500.000 Sinti und Roma wurden bis zum Kriegsende in den Gaskammern ermordet, durch Schwerstarbeit umgebracht oder bei Menschenversuchen zu Tode gequält. Weniger als 5.000 überlebten die Gräuel in den Ghettos und Konzentrationslagern“, so Staatssekretärin Gutheil. „Wir erinnern an diesem Tag und an einem der damaligen Tatorte an die Ermordung der Sinti und Roma. Wir gedenken gemeinsam der Opfer von Demütigung, Verfolgung, Leid und Tod. Diese Erinnerung ist zugleich eine Mahnung, sich auch heute klar und eindeutig gegen Ausgrenzung und Verfolgung von Sinti und Roma zu wenden. Das Land Brandenburg bereitet derzeit eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit mit dem Landesverband deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg vor, um die Aufarbeitung von Verfolgung und Verbrechen gegenüber dieser Minderheit in der Vergangenheit zu verbessern und ihren Schutz in der heutigen Gesellschaft weiter zu stärken.“

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma hat an der früheren Hinrichtungsstätte ‘Station Z‘ des Konzentrationslagers Sachsenhausen mit einer Gedenkveranstaltung und einer Kranzniederlegung an die Opfer des nationalsozialistischen Völkermordes an den Sinti und Roma gedacht. An der Veranstaltung nahmen Überlebende und Angehörige sowie der Vorsitzende des Zentralrates, Romani Rose, teil.

Vor 75 Jahren, am 16. Dezember 1942, unterzeichnete der Reichsführer SS, Heinrich Himmler, den so genannten Auschwitz-Erlass. Damit begann die Deportation von rund 23.000 Sinti und Roma aus elf Ländern Europas in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, unter ihnen 10.000 deutsche Sinti und Roma aus dem damaligen Reichsgebiet. Fast alle wurden dort ermordet. Insgesamt wurden im besetzten Europa rund 500.000 Sinti und Roma durch Einsatzgruppen der SS oder in Konzentrationslagern ermordet. Im KZ Sachsenhausen waren mehr als 1.000 Sinti und Roma inhaftiert. Seit 2004 wird in der Gedenkstätte Sachsenhausen die Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma im Rahmen der Dauerausstellung ‘Medizin und Verbrechen‘ dokumentiert.

Weitere Informationen: 
www.stiftung-bg.de
www.sintiundroma.de

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