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14.11.2017Erster Bericht zur Lage des sorbischen/wendischen Volkes

Neues Fenster: Bild - Sorben - vergrößern ©Helmut Mattick

Das Kabinett hat heute dem von Kulturministerin Martina Münch vorgelegten ersten Bericht der Landesregierung zur Lage des sorbischen/wendischen Volkes im Land Brandenburg zugestimmt. Damit erfüllt das Kulturministerium einen Auftrag aus dem Sorben/Wenden-Gesetz. Der 186-seitige, teils zweisprachige Bericht beinhaltet eine Bestandsaufnahme der Situation des sorbischen/wendischen Volkes, analysiert die Wirksamkeit der Förderung dessen Sprache und Kultur und informiert über weitere Vorhaben der Landesregierung. In dem Bericht geht es unter anderem um die historische Entwicklung der Minderheit, um sorbische/wendische Institutionen und Verbände sowie um internationale Verpflichtungen. Der Bericht, der auch auf die Themenfelder Kultur, Sprache, Brauchtum, Kirche, Bildung, Wissenschaft und das Siedlungsgebiet eingeht, wird dem Landtag zugeleitet.

Kulturministerin Münch: „Der Bericht bietet erstmals in der Geschichte einen umfassenden Überblick über die Lage des sorbischen/wendischen Volkes und über die Umsetzung der landesrechtlichen Verpflichtungen und soll Grundlage für die weitere Minderheitenpolitik des Landes sein. Das Land hat in den vergangenen Jahren mit einer Reihe von Maßnahmen dazu beigetragen, die Kultur und Sprache der nationalen Minderheit besser zu schützen: Im Jahr 2014 wurde das Sorben/Wenden-Gesetz novelliert, 2015 fanden erstmals Wahlen für den Rat für Angelegenheiten der Sorben/Wenden beim Landtag statt, 2016 wurde der Landesplan zur Stärkung der niedersorbischen Sprache verabschiedet, und in diesem Jahr haben wir unsere Förderung der Stiftung für das Sorbische Volk erhöht.

Zusätzlich stellen wir den Gemeinden einen Ausgleich für aus der Zugehörigkeit zum Siedlungsgebiet entstehende Mehrkosten zur Verfügung, insbesondere für zweisprachige Ortsschilder oder für notwendige Übersetzungskosten der Verwaltung. Für Brandenburg ist die wendische Kultur ein außergewöhnlicher Reichtum, den wir auch weiterhin bewahren möchten. Wendische Kultur, Sprache und Bräuche sind nicht nur Teil des immateriellen Kulturerbes Deutschlands – sie sind ein Alleinstellungsmerkmal im Süden Brandenburgs und tragen zur Attraktivität der Region bei.“

Die Sorben/Wenden sind seit rund 1.500 Jahren in der Lausitz ansässig. Sie haben sich trotz Assimilierungsversuchen früherer Herrscher und Regierungen ihre eigene Sprache und ihre von zahlreichen Festen und vielfältigem Brauchtum geprägte Kultur bewahrt. Die Länder Brandenburg und Sachsen und der Bund unterstützen die Bemühungen der Sorben/Wenden, ihre angestammte nationale Identität zu bewahren und weiterzuent­wickeln. Das Land Brandenburg hat 2014 das Sorben/Wenden-Gesetz novelliert, um die Kultur und Sprache der nationalen Minderheit besser zu schützen und unterstützt die Stiftung für das sorbische Volk jährlich mit 3,1 Millionen Euro.

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