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24.10.2011Preisträger des Brandenburgischen Nachwuchswissenschaftlerpreises stehen fest

Neues Fenster: Bild - Jury Nachwuchswissenschaftlerpreis - vergrößern Jury, beiden Preisträger und Wissenschaftsministerin Sabine Kunst ©MWFK

Die Preisträger des diesjährigen 5. brandenburgischen Nachwuchswissenschaftlerpreises stehen fest.  Darüber hat heute eine vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg eingesetzte Jury entschieden. Der Preis ist mit insgesamt 45.000 € dotiert und wird in drei Kategorien vergeben.

Den mit 20.000 € dotierten sogenannten post-doc Preis in der Kategorie Natur- und Ingenieurwissenschaften erhält die 34jährige Astrophysikerin Dr. Mary Williams. Die gebürtige Neuseeländerin forscht nach Studium und Forschungstätigkeit in Neuseeland und ihrer Promotion in Australien seit 2007 am Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP). In Ihrer Arbeit mit dem Titel „The Dawning of the Stream of Aquarius in RAVE“ stellt sie ihre Entdeckung eines neuen Sternenstroms, von ihr „Aquarius-Strom“ genannt, vor. Sie hat diese Entdeckung im Rahmen ihrer Beteiligung an dem multinationalen RAVE-Survey, einer spektroskopischen Durchmusterung der Sterne in der Milchstraße, in der bisher eine Million Sterne erfasst worden sind.

Dem Lob des renommierten Astrophysikers Prof. Dr. Günther Hasinger (ehemaliger Direktor des Astrophysikalischen Instituts Potsdam, jetzt Direktor des Astronomischen Instituts der Universität Hawai), der die Arbeit wegen ihrer exzellenten wissenschaftlichen Leistung einerseits und ihrer ansprechenden Darstellung der Inhalte für die Öffentlichkeit als „außerordentlich preiswürdig“ einstufte, hat sich die Jury einmütig angeschlossen.

Den mit 20.000 € dotierten post-doc Preis in der Kategorie Geistes- und Sozialwissenschaften erhält Dr. Michael Koß (35) von der Universität Potsdam, für sein Buch „The Politics of Party Founding“. Seine Arbeit untersucht, warum staatliche Finanzierungsquellen für politische Parteien in vielen entwickelten Demokratien immer wichtiger werden. Seine ländervergleichende Studie findet eine innovative und überzeugend begründete Erklärung für dieses Phänomen. So weist er beispielsweise nach, dass die Korruptionsbekämpfung einen wichtigen Faktor bei der Ausbreitung staatlicher Parteienfinanzierung darstellt. Die Jury hob die herausragende Originalität und theoretische und methodische Qualität der Arbeit der hervor, die auch durch ihre Annahme bei der international führenden Oxford University Press belegt wird.

Den Absolventenpreis, der mit 5.000 € dotiert ist, teilen sich in diesem Jahr die beiden Tonmeisterabsolventen der HFF, Ginetta Fassio (26) und Christian Simon (35). Das Produkt ihrer gemeinschaftlichen Masterarbeit ist eine Weltneuheit, die Millionen von Hörgeschädigten Barrierefreiheit zuhause beim Fernsehen mit Partnern oder Familie ermöglicht. Sie erreichen dies durch die Zusammenführung von Audiologie (Hörgeräteforschung) und Tontechnik, womit sie im Zuge ihrer Arbeit ein neues Forschungsfeld eröffnet haben. In ihrer Begründung hob die Jury insbesondere „die großartige Eigenständigkeit der beiden Absolventen bei Fragestellung und Methodik, ihre Vernetzung mit hochkompetenten Partnern und die hohe Praxisrelevanz ihrer Arbeit“ hervor. Die beiden Absolventen haben inzwischen eine Firma gegründet und beabsichtigen, für den Massenmarkt der audiovisuellen Medien ein automatisiertes serverbasiertes Verfahren zu entwickeln.

Wissenschaftsministerin Sabine Kunst  zeigte sich erfreut über die hohe Qualität der eingereichten Arbeiten. „Mit dem Nachwuchswissenschaftlerpreis wollen wir die jungen Talente nicht nur zu exzellenten Leistungen motivieren; auch wollen wir ihnen den Eintritt in die wissenschaftliche community erleichtern. Hierzu leistet nicht zuletzt unsere hochkarätige Jury ihren Beitrag, der ich für ihre nunmehr fünfjährige ehrenamtliche Tätigkeit außerordentlich dankbar bin“, so die Ministerin. Der Preis sei eingebettet in ein ganzes Maßnahmenpaket des Wissenschaftsministeriums, das die brandenburgische Jugend verstärkt zur Teilnahme an Hochschulausbildung und Wissenschaft anregen solle: Angefangen von zahlreichen Projekten, die darauf abzielen, Schülerinnen und Schüler für ein Studium zu motivieren – wie z.B. die Gemeinschaftsinitiative von Landesregierung und Brandenburger Hochschulen „Studium lohnt“ –, über die gezielte Förderung einzelner Doktoranden durch die Vergabe von Graduiertenstipendien bis zur Unterstützung der Hochschulen beim Aufbau strukturierter Doktorandenausbildungen sowie der Förderung von Nachwuchsforschergruppen.  

Der seit 2007 jährlich vergebene Preis würdigt mit jeweils 20.000 € herausragende Leistungen, die junge Wissenschaftler an Hochschulen oder Forschungseinrichtungen in Brandenburg in den Fachkategorien Natur- und Ingenieurwissenschaften bzw. Geistes- und Sozialwissenschaften erbracht haben. Eine weitere Kategorie ist der Absolventen-preis mit einem Preisgeld von 5.000 €, das die beste Absolventin oder der beste Absolvent eines Hochschuljahrgangs erhält.

Die Auswahl der Preisträger trifft eine überregional besetzte, hochrangige wissenschaftliche Jury, der Frau Prof. Dr. rer.nat. Gisela Engeln-Müllges (Fachhochschule Aachen, langjähriges Mitglied des Wissenschaftsrates), Frau Prof. Dr. phil. Erika Fischer-Lichte (Freie Universität Berlin, langjähriges Mitglied des Wissenschaftsrates), Herr Prof. Dr.-Ing. Matthias Kleiner (Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft), Herr Dr. phil. Wilhelm Krull (Generalsekretär VolkswagenStiftung) und Herr Prof. Dr. med. Günter Stock (Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften) angehören.

Die drei Preise werden am 13.Dezember von Ministerpräsident Platzeck und Wissenschaftsministerin Kunst im Schlosstheater im Neuen Palais verliehen.

 

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