24.09.2016Wenden küren den „König der Könige“

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Kulturministerin Martina Münch unterstreicht anlässlich des heute stattfindenden Superkokots in Byhlegure/Běła Góra (Dahme-Spreewald) den Stellenwert des wendischen Brauchtums für das Land: „Seit 2014 zählt das sorbische/wendische Brauchtum offiziell zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe in Deutschland. Die Pflege der Traditionen durch die Jugendgruppen der Dörfer zeigt, wie wichtig es ihnen ist, die Verbindung zur Kultur ihrer Vorfahren nicht abreißen zu lassen. Ihr Engagement ist Teil des lebendigen Kulturerbes in Brandenburg, trägt zur Attraktivität und Vielfalt des Landes bei und ist ein Alleinstellungsmerkmal in der Lausitz“, so Münch. „Da Land hat in den vergangenen Jahren mit einer Reihe von Maßnahmen dazu beigetragen, die Kultur und Sprache der nationalen Minderheit besser zu schützen. Im Jahr 2014 wurde das Sorben/Wendengesetz novelliert und 2015 fanden erstmals Wahlen für den Rat für Angelegenheiten der Sorben/Wenden beim Brandenburger Landtag statt. Zudem hat das Land seine Förderung erhöht und unterstützt die Stiftung für das sorbische Volk in diesem Jahr mit rund 3,1 Millionen Euro.“

Hintergrund:

Zu den traditionellen wendischen Erntebräuchen gehört der Hahn (wendisch: kokot) und das so genannte Hahn-Rupfen. Zum Abschluss der Getreideernte ermitteln junge Männer auf Pferden aus etwa 20 Dörfern der Niederlausitz beim Hahn-Rupfen jedes Jahr ihren Erntekönig, den „König der Könige“ (wendisch: kral kralow). Durch das Rupfen oder Schlagen des Hahnes glaubte man früher, die kommende Ernte günstig beeinflussen zu können. Der Superkokot findet zum 17. Mal statt. Er geht auf eine Initiative des Domowina-Jugendaktivs zurück, in dem die Jugendgruppen der einzelnen Dörfer organisiert sind.

Die Sorben/Wenden sind seit rund 1.500 Jahren in der Lausitz ansässig. Sie haben sich trotz Assimilierungsversuche früherer Herrscher und Regierungen ihre eigene Sprache und ihre von zahlreichen Festen und vielfältigem Brauchtum geprägte Kultur bewahrt. Die Länder Brandenburg und Sachsen und der Bund unterstützen die Bemühungen der Sorben/Wenden, ihre angestammte nationale Identität zu bewahren und weiterzuent­wickeln.

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