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19.06.2016Johannisreiten ist gelebtes kulturelles Erbe

Neues Fenster: Bild - sorbische Bräuche und Kultur - vergrößern Das Johannisreiten in Casel/Kózle - seit 2014 immaterielles Kulturerbe des deutschen UNESCO-Verzeichnisses. ©M. Nowak

Kulturstaatssekretär und Sorbenbeauftragter Martin Gorholt hat heute anlässlich des diesjährigen Johannisreitens in Casel/Kózle (Landkreis Spree-Neiße) den Stellenwert des wendischen Brauchtums für das Land Brandenburg betont. „Das Johannisreiten zählt zu den sorbischen/wendischen Bräuchen und zählt seit 2014 offiziell zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe in Deutschland. Die sorbische Kultur und Zweisprachigkeit sind gelebtes kulturelles Erbe. Sie sind ein Alleinstellungsmerkmal im Süden Brandenburgs und tragen zur Attraktivität der Region und zur kulturellen Vielfalt unseres Landes bei.“

Die Menschen glaubten früher, dass von der Johannisnacht am 24. Juni besondere Heilkräfte ausgehen. Beim Johannisreiten, das alljährlich an einem Sonntag um den 24. Juni stattfindet, wird ein junger Mann komplett mit Kornblumenranken benäht, mit einer blumenverzierten Krone aus Binsen geschmückt und auf ein Pferd gesetzt. Als vermenschlichter Wachstumsgeist reitet er auf ein freies Gelände, wo die Zuschauer versuchen müssen, ihm seine Blumen abzunehmen. Die erbeuteten Blumen werden getrocknet und sollen Glück und Gesundheit bringen. Das Johannisreiten wird nur noch in Casel/Kózle praktiziert. Organisiert wird die Veranstaltung vom Traditionsverein Casel.

Die Sorben/Wenden sind seit rund 1.500 Jahren in der Lausitz ansässig. Sie haben sich trotz Assimilierungsversuche früherer Herrscher und Regierungen ihre eigene Sprache und ihre von zahlreichen Festen und vielfältigem Brauchtum geprägte Kultur bewahrt. Die Länder Brandenburg und Sachsen und der Bund unterstützen die Bemühungen der Sorben/Wenden, ihre angestammte nationale Identität zu bewahren und weiterzuent­wickeln. Das Land Brandenburg hat 2014 das Sorben/Wendengesetz novelliert, um die Kultur und Sprache der nationalen Minderheit besser zu schützen. Staatssekretär Martin Gorholt ist der erste Beauftragte der Landesregierung für die Angelegenheiten der Sorben/Wenden. Das Land unterstützt die Stiftung für das sorbische Volk jährlich mit 3,1 Millionen Euro.

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