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12.11.20137. Nachwuchswissenschaftlerpreis verliehen – Erstmalig drei Absolventen ausgezeichnet

Neues Fenster: Bild - Verleihung des Nachwuchswissenschaftlerpreises 2013 - vergrößern Verleihung 2013 ©MWFK

Engagierte Akademiker und Forscher sind heute in Potsdam mit dem Nachwuchswissenschaftlerpreis des Landes Brandenburgs ausgezeichnet worden. Dieser wird bereits zum siebten Mal in Folge vergeben. Erstmalig in der bisherigen Geschichte des Preises wurden in diesem Jahr gleich drei Absolventen brandenburgischer Hochschulen geehrt.

Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke betonte: „Es ist und bleibt ein zentrales Anliegen der Brandenburger Landespolitik möglichst gute Bedingungen für die Entwicklung des wissenschaftlichen Nachwuchses zu schaffen und zu sichern. Dabei geht es sowohl darum, herausragende Köpfe ins Land zu holen, als auch diejenigen im Land zu halten, die bereits hier tätig sind. Wissenschaft und Forschung sind für die Entwicklung des Landes enorm wichtig. Ihre Bedeutung für die Gewinnung und Ausbildung hochqualifizierter Fachkräfte ist immens, gerade wenn wir an die bevorstehenden Veränderungen denken, die der demographische Wandel mit sich bringt.“

Wissenschaftsministerin Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst gratulierte den Preisträgern und zeigte sich optimistisch im Hinblick auf die Zukunft des wissenschaftlichen Nachwuchses: „Im von uns erarbeiteten Hochschulentwicklungsplan bis 2025 haben wir Voraussetzungen geschaffen, um die Rahmenbedingungen für Nachwuchswissenschaftler im Land Brandenburg weiter zu verbessern. Dass in diesem Jahr gleich zwei Absolventinnen und ein Absolvent Träger des gleichnamigen Preises sind, freut mich als Wissenschaftsministerin ganz besonders. Macht es doch deutlich, über welch große qualitativen Potenziale die  Hochschulen und Forschungseinrichtungen im Land Brandenburg verfügen“.

Der Jury unter Vorsitz des Präsidenten der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Herrn Prof. Dr. Günter Stock, lagen in diesem Jahr 17 Bewerbungen für den Postdoc-Preis vor Für den Absovlentenpreis wird je ein Kandidat von je einer Hochschule benannt. Aufgrund der besonderen Exzellenz aller drei für die Endauswahl des Absolventenpreises qualifizierten Kandidaten hat sie entschieden, den Preis erstmals dreifach zu vergeben.

Die mit je 5.000 Euro ausgezeichneten Absolventenpreise gingen an:

Anna Luise Kiss, Absolventin des Masterstudiengangs Medienwissenschaften an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ (HFF), für ihre Masterarbeit „Die letzten Filmaufnahmen von Adolf Hitler – Qualitative Dimensionen ihrer Verwendung in Film- und Fernsehdokumentationen“.

Luca Thieme, Absolventin des Studiengangs Rechtswissenschaften an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder, für ihre Schwerpunktbereichshausarbeit „Der Auslandseinsatz von Streitkräften zur Pirateriebekämpfung im europäischen Verfassungsvergleich“.  

Alexander Unger, Absolvent des Diplomstudiengangs Elektrotechnik an der ehemaligen Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) für seine Diplomarbeit „Entwicklung eines Messplatzes für Temperaturtests von Ultraschallwandlern“. 

Demgegenüber ist  beim Postdoc-Preis in der Kategorie Geistes- und Sozialwissenschaften in diesem Jahr kein Preisträger gekürt worden. Der mit 20.000 Euro dotierte Postdoc-Preis in der Kategorie Natur- und Ingenieurwissenschaften ging an:

Die Biologin Dr. Heike Vogel vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke (DIfE). In ihrer prämierten Forschungsarbeit beschäftigt sich Frau Dr. Vogel mit der „Identifikation neuer Übergewichtsgene, die die Fettspeicherung im Bauchraum fördern“.

 

Die Begründungen der Jury im Einzelnen:

 

Dr. Heike Vogel (DIfE): Postdoc-Preis Natur- und Ingenieurwissenschaften

Sie widmet sich mit ihrer Forschungsarbeit einem Thema von höchster gesellschaftlicher Aktualität und Bedeutung: Zirka ein Drittel der Bevölkerung leidet an Übergewicht in einem Ausmaß, das die Gefahr, an Herzerkrankungen, Schlaganfall, Typ 2-Diabetes und sogar einigen Tumorerkrankungen zu erkranken, sichtlich erhöht. In ihrer Arbeit beschreibt Frau Dr. Vogel auf höchstem wissenschaftlichem Niveau  Experimente, mit denen immer besser die molekularen Ursachen der Fettleibigkeit verstanden werden können und weist auf künftige mögliche Behandlungsansätze hin. Derzeit ist Frau Dr. Vogel mit einem zweijährigen Forschungsstipendium der DFG in der Abteilung Physiologie/Endokrinologie an der Universität Göteborg/Schweden tätig.

 

Anna Luise Kiss (HFF): Absolventenpreis

In ihrer herausragenden Masterarbeit „Die letzten Filmaufnahmen von Adolf Hitler – Qualitative Dimensionen ihrer Verwendung in Film- und Fernsehdokumentationen“ zeichnet Frau Kiss die fast sieben Jahrzehnte umfassende „Verwendungsgeschichte“ der letzten Filmaufnahmen, in denen Adolf Hitler lebend zu sehen ist, in ihren qualitativen Dimensionen nach. Die Untersuchung überzeugt sowohl in der medienhistorischen Einbettung als auch in ihrer methodischen Herangehensweise und genügt höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen. Frau Kiss hat neben ihrer damaligen beruflichen Tätigkeit als Schauspielerin zunächst an der Fernuniversität Hagen den Bachelorstudiengang Kulturwissenschaften absolviert, bevor sie das Masterstudium an der HFF aufnahm. Inzwischen ist sie akademische Mitarbeiterin der Hochschule und hat die Arbeit an ihrer Promotion aufgenommen.

 

Luca Thieme (Europa Universität Viadrina): Absolventenpreis

In ihrer prämierten, herausragenden Schwerpunktbereichshausarbeit „Der Auslandseinsatz von Streitkräften zur Pirateriebekämpfung im europäischen Verfassungsvergleich“ widmet sich Frau Thieme einem hochaktuellen und gleichzeitig rechtlich anspruchsvollen Thema, das sie durch einen verfassungsvergleichenden Ansatz in enorm komplexer Weise angeht. In ihrer analytischen Vorgehensweise entspricht die Arbeit stellenweise dem Charakter einer Dissertationsschrift.

Frau Thieme hat ihr Jurastudium als Beste ihres Examensjahrgangs im Land Brandenburg abgeschlossen  und war dabei auch neben ihrem Studium in sozialer und gesellschaftlicher Hinsicht umfassend engagiert.

 

Alexander Unger (BTU): Absolventenpreis

In seiner herausragenden Diplomarbeit „Entwicklung eines Messplatzes für Temperaturtests von Ultraschallwandlern“ hat er sich mit der Entwicklung, dem Aufbau, der Instrumentierung und der erfolgreichen Inbetriebnahme eines Messplatzes für die Testung von Sensoren unter thermischer Belastung beschäftigt. Das Besondere an der Arbeit von Herrn Unger ist seine klare methodische und innovative Vorgangsweise und die Tatsache, dass er mehrere Wissensgebiete, d. h. über die Elektrotechnik hinaus, interdisziplinär anwenden musste, um die erfolgreichen Ergebnisse seiner stilistisch ausgezeichnet verfassten Diplomarbeit vorlegen zu können. Vor Beginn seines Studiums der Elektrotechnik hat Herr Unger bereits eine Berufsausbildung als Elektromonteur abgeschlossen und absolvierte anschließend sein Studium äußerst engagiert und in der Regelstudienzeit. Damit ist er ein erfolgreiches Beispiel für die Durchlässigkeit von beruflicher und akademischer Bildung, deren Förderung ein wichtiges Ziel der Brandenburgischen Hochschulentwicklung darstellt.

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