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Hochschulentwicklung in der Lausitz

>>>Rede der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur,  Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst, im Landtag am 23.1.2013 (2. Lesung des Gesetzes zur Neustrukturierung der Hochschulregion Lausitz) (PDF-Datei, 5 Seiten)

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>>>Gemeinsame Erklärung von Land und Gewerkschaften GEW und Ver.di zur Neustrukturierung der Hochschulregion Lausitz (PDF-Datei, 4 Seiten)

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>>> Pressemitteilung vom 16.10.2012  "Kabinett stimmt Neugründung der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg zu"

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>>>Abschlussbericht der Hochschulstrukturkommission des Landes Brandenburg (PDF-Datei, 378 Seiten)

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Hier haben Sie die Möglichkeit, Fragen zum Thema "Universitätsgründung in der Lausitz" zu stellen.

Ihre Fragen werden von uns ausgewertet und nach Themen gebündelt. Wir werden diesen Fragenkatalog regelmäßig aktualisieren.

Hinterlassen Sie Ihre E-Mailadresse, wenn Sie von uns aktuelle Informationen und Veranstaltungshinweise zum Thema erhalten wollen.

- Die Pressemitteilung zu der geplanten Gründung der neuen Energieuniversität finden Sie hier.

- Den Bericht der Lausitz-Kommission lesen Sie hier.

FAQ´s zur Neugründung einer Universität in der Lausitz

Was ist das Ziel?

Durch die Neugründung der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg wird der Hochschulstandort in der Lausitz langfristig gesichert.

Die beiden im Vergleich eher kleineren Hochschulen in der Lausitz werden zu einer größeren Einheit weiterentwickelt.

In der neuen Universität wird es aufgrund der größeren gemeinsamen „kritischen Masse“ (Zahl der Studierenden, Budget, Zahl der Professuren) besser möglich sein, Schwerpunkte herauszubilden und diese entsprechend auszustatten.  Die Schwerpunktbereiche werden in der Forschung unter anderem durch die Gründung einer „Graduate School“ auch international stärker sichtbar werden. Zudem soll die neue Universität noch stärker als bisher Studierende anziehen, die wirtschaftliche Entwicklung in der Lausitz befördern und somit junge Menschen auch langfristig in der Region binden.

Wie sieht der Zeitplan aus?

Nach der Vorstellung der Empfehlungen der Lausitz-Kommission im Februar 2012 hat das Ministerium seinen  daraus gefolgerten Vorschlag für die Neugründung einer Universität in einem umfangreichen Dialog- und Beteiligungsprozess der öffentlichen Diskussion gestellt.

Es fanden zahlreiche Gespräche der Ministerin, des Staatssekretärs und des Beauftragen für die Entwicklung der Hochschulregion Lausitz mit Vertreterinnen und Vertreter und weiteren Angehörigen der beiden Hochschulen, aber auch mit Repräsentantinnen und Repräsentanten aus kommunaler Politik und Wirtschaft statt.

Zudem organisierte das Ministerium die „Lausitz-Dialoge“: In vier sehr gut besuchten öffentlichen Veranstaltungen hatten Interessierte die Gelegenheit, Kritik und Anregungen zur Hochschulentwicklung in der Lausitz einzubringen. Die Hochschulen konnten überdies im Rahmen eines Anhörungsverfahrens Stellung zum Gesetzentwurf nehmen.

Nach Auswertung dieser Stellungnahmen hat die Landesregierung im November 2012 einen weiter entwickelten Gesetzentwurf in den Brandenburgischen Landtag eingebracht, der am 23.Januar 2013 vom Landtag in zweiter Lesung verabschiedet wurde. Die Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Wissenschaft, Forschung und Kultur findet man auf der folgende Seite:

http://www.parldok.brandenburg.de/parladoku/w5/drs/ab_6600/6692.pdf.

Hochschulentwicklungskonzept für die Lausitz

Viele Fragen der Hochschulentwicklungsplanung und der konkreten Ausgestaltung sind Themen für die Gremien der neuen Universität. Auch um eine Weiterentwicklung ohne Brüche zu gewährleisten, sieht der Gesetzentwurf zunächst den Fortbestand der derzeit bestehenden Fakultäten und Einrichtungen für einen Übergangszeitraum vor.

Aufgrund der besonders weitreichenden Ziele, die mit der Universitätsneugründung in der Lausitz verbunden sind, wurde für die Vorbereitung der Entwicklungsplanung durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur ein wissenschaftlicher Beirat berufen.

www.mwfk.brandenburg.de

Der Wissenschaftliche Beirat hat mittlerweile jeweils mit Mitwirkung von Hochschullehrerinnen und Hochschullehrern von BTU und HL zu Schwerpunktbereichen der neuen Universität mehrere Fachforen durchgeführt. Weitere finden im laufenden Jahr  statt.

Aus diesem weitreichenden konzeptionellen Prozess werden schließlich Empfehlungen entstehen, die Grundlage für die Gestaltung des konkreten Entwicklungsplanes sowie für einen Hochschulvertrag sein werden.

Um der Hochschule in der Aufbauphase Planungssicherheit zu geben, wird das Mittelverteilmodell mit seinen Leistungsindikatoren über mehrere Jahre ausgesetzt

Errichtungsgesetz

Die Errichtung der Universität erfolgt durch ein Gesetz. Das Gesetz zur Neustrukturierung der Hochschulregion Lausitz wurde von der Landesregierung im November 2012 in den Landtag  eingebracht und vom Landtag am 23.Januar 2013 in zweiter Lesung verabschiedet. In dem Gesetz geregelt sind die Errichtung der neuen Universität, die Rechtsnachfolge, die Überleitung von Fakultäten, Einrichtungen, Studiengängen und Personal, die Bestimmungen zum Studium (Hochschulzugang, Weiterführung des Studiums, Promotionsrecht) sowie die Gliederung, Gremien- und Leitungsstruktur der Hochschule in der Gründungsphase. Zugleich ergibt sich in geringem Umfang ein Änderungsbedarf am Brandenburgischen Hochschulgesetz.

Erstimmatrikulation zum WS 2013/2014

Ab dem  Wintersemester 2013/2014 sollen die Erstimmatrikulation und die Rückmeldungen an der neuen Universität erfolgen. Die bereits jetzt immatrikulierten Studierenden können ihr Studium in ihren Studiengängen fortführen.

Ändert sich dann alles?

Zum WS 2013/2014 startet die neue Universität, und zwar zunächst weitgehend mit den Studiengängen, die bisher an der BTU Cottbus und der Hochschule Lausitz (FH) vorhanden sind. Zusätzlich soll bereits ein neues Studienangebot im Bereich Gesundheit/Pflege zu diesem Termin angeboten werden. 

Der Startschuss ist zugleich Auftakt für die Bildung neuer Strukturen innerhalb der Universität.  Die Profilschwerpunkte ergeben sich  teilweise aus dem Errichtungsgesetz sowie  den Empfehlungen der Lausitz-Kommission und des Wissenschaftlichen Beirates.  Zugleich wird ein  Prozess der Weiterentwicklung der Universität beginnen, der mehrere Jahre benötigen und innerhalb der Universität im Rahmen ihrer Selbstverwaltung stattfinden wird.

Wie soll die Universität heißen?

Brandenburgische Technische Universität Cottbus – Senftenberg

Können bereits jetzt immatrikulierte Studierende zu Ende studieren?

Ja, hier gilt ein Vertrauensschutz. Studierende der BTU Cottbus oder der Hochschule Lausitz (FH) können  ordnungsgemäß zu Ende studieren und den angestrebten Abschluss erlangen. Dies ist für einen ausreichenden Zeitraum zu gewährleisten, so dass für Studierende auch bei einer gewissen Überschreitung der vorgesehenen Regelstudienzeit noch ein Studienabschluss möglich ist. Über die genauen Regelungen entscheidet die neue Universität.

Wie geht es für die Beschäftigen der BTU und der Hochschule Lausitz (FH) weiter?

Die Beschäftigten beider Hochschulen werden gemäß dem Errichtungsgesetz an die neue Universität übernommen. Die Beamten bleiben in ihren Ämtern und die Tarifbeschäftigten in ihren Entgeltgruppen. Entlassungen wird es nicht geben. Unbesetzte oder frei werdende Professuren können aber nun für die Stärkung des Profils der neuen Universität genutzt werden.

Zur Absicherung der Situation der Beschäftigten haben die Gewerkschaft Ver.di, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur eine gemeinsame politische Erklärung unterzeichnet:

www.mwfk.brandenburg.de_Gemeinsame Erklaerung

www.mwfk.brandenburg.de_Download_gemeinsameErklaerung

Zudem haben das Land, der Landesverband Brandenburg der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Landesbezirk Berlin-Brandenburg der Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) einen Tarifvertrag paraphiert: Inhaltlich stellt der Tarifvertrag im Wesentlichen eine projektbezoene Verlängerung des "TV Umbau" dar. Die Tarifbeschäftigten erhalten für die Dauer des Veränderungsprozesses (identisch mit der Laufzeit des Tarifvertrages) einen Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen.

Der Arbeitgeber unterstützt diesen Prozess unter anderem mit umfangreichen Angeboten zur Aus- und Fortbildung, im Einzelfall sogar durch Umschulungen oder mit großzügigen Mobilitätsbeihilfen.

Bleiben die Studienvoraussetzungen die gleichen?

Grundsätzlich bleiben die  Voraussetzungen gleich. Neu ist aber, dass - obwohl die Gesamteinrichtung den Status einer Universität haben wird – der Zugang für Schulabgänger mit Fachhochschulreife nicht nur weiterhin bestehen bleibt, sondern erweitert  werden soll: Die Fachhochschulreife berechtigt zu einem grundständigen Studium an der neuen Universität in den Studiengängen der Hochschule Lausitz, die fortgeführt werden und in den Studiengängen, in denen das Profil entsprechend ausgestaltet ist. 

Um gerade die Anfangsphase des Studiums und die Voraussetzungen für den Studienerfolg zu verbessern, wird ein Zentrum für Studierendengewinnung und Studienvorbereitung („College“) eingerichtet.

Gibt es an der neuen Universität ausschließlich Wissenschaftsfelder mit einem sehr engen Bezug zum Thema Energie?

Nein. Die Themen „Energie, Umwelt und Mensch“ dienen als übergreifende und verbindende Themen für das Hochschulprofil, nicht der Verengung des Fächerkanons. Das bedeutet, dass interdisziplinäre Vorhaben in Forschung und Lehre besonders in diesen Bereichen fokussiert werden.

Die neue Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg wird aber auch weiterhin Schwerpunkte in weiteren  Feldern haben, die die bisherigen Hochschulen anbieten.

Das fachlich-wissenschaftliche Profil  steht im Zusammenhang mit den Empfehlungen und wird derzeit im Rahmen von Fachforen des Wissenschaftlichen Beirates erörtert. (siehe  „Hochschulentwicklungskonzept für die Lausitz“ weiter oben)

Wie das Profil mittelfristig ausgestaltet wird, welche Studienangebote es geben wird, hängt allerdings ganz maßgeblich von den Gremien der neuen Universität ab.

Klar ist, dass die neue Universität weiterhin das „klassische“ Spektrum der Disziplinen einer Technischen Universität vorhalten wird.

Sinkt die Forschungsqualität?

Im Gegenteil. Durch die Schaffung größerer Verbünde, einer größeren „kritischen Masse“ werden die Rahmenbedingungen für die Forschung verbessert. Die Expertenkommission hat der Hochschule Lausitz (FH) schon jetzt der Biotechnologie ein universitäres Niveau in der Forschung bescheinigt. Auch die BTU erreicht der Kommission zu Folge in Teilen herausragende Forschungsleistungen. Führt man die Stärken zusammen, erschließen sich zusätzliche Potenziale und die neue Universität wird für exzellente Forscherinnen und Forscher attraktiver.

In einer „Graduate Research School“ werden besonders profilierte Forschungsschwerpunkte gestärkt. Ziel ist es, die Verknüpfungen zur Forschung auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene auszubauen.

Die neue Universität soll eine zügige Aufnahme in die Deutsche Forschungsgemeinschaft betreiben. In der Graduate School sind die Professorinnen und Professoren tätig, die die Voraussetzungen (z. B. Nachweis entsprechender wissenschaftlicher Forschungstätigkeit) erfüllen. Diese School wird das Zentrum exzellenter Spitzenforschung in der Lausitz sein.

Was sagt ein Arbeitgeber, der sieht, dass die Universität eines Bewerbers aufgelöst wurde?

Die Auflösung, Umorganisation, Umbenennung oder auch Neugründung von Hochschulen ist nicht vollkommen neu und kommt immer wieder vor. Zum Beispiel, wenn Hochschulen weiterentwickelt oder in ihren Profilen und Strukturen verändert werden. So gibt es auch heute Akademikerinnen und Akademikern mit Zeugnissen von Hochschulen, die jetzt nicht mehr existieren oder deren Name sich geändert hat. Entscheidend ist, dass erworbene Abschlüsse in jedem Fall ihre Gültigkeit behalten und selbstverständlich weiterhin voll anerkannt werden.

Ändert sich etwas für Bachelor-Absolventen der bisherigen Hochschulen, wenn sie sich für Master-Studienplätze an anderen Hochschulen bewerben?

Nein. Wer an der Hochschule Lausitz (FH) oder an der BTU seinen Bachelor absolviert, kann sich wie bisher an anderen Universitäten und Fachhochschulen bundesweit und auch international für Master-Studiengänge bewerben. Auch die neu zu gründende Universität soll  neue Master-Studiengänge aufbauen neben den Master-Studiengängen, die fortgeführt werden.

Was bedeutet das für die Region und die regionale Wirtschaft?

Die regionale Wirtschaft profitiert entscheidend von guten Fachkräften und von Forschungskooperationen. Letztere existieren bereits heute mit beiden Hochschulen. In Zeiten steigenden Fachkräftebedarfs braucht man eine hervorragende Studienausbildung, aber gleichzeitig die Möglichkeit lebenslangen Lernens und die Heranführung an und Qualifizierung für das Studium.  

Diese Zielstellungen sollen gerade auch in den neuen Schools unterstützt werden, die lebenslanges Lernen, die Qualifizierung für das Studium und Weiterbildungsangebote umfasst.

Handelt es sich um eine Gesamthochschule?

Nein. Durch die Anbindung verschiedener Angebote in eigens dafür geschaffenen Einheiten sowie durch die veränderten Rahmenbedingungen mit Blick auf die Abschlussmöglichkeit (Bachelor und Master, die sich nicht mehr nach FH und Uni unterscheiden) und die daraus entstehenden Berechtigungen (zum weiteren Masterstudium/Promotion) bestehen grundsätzlich andere Voraussetzungen als in den 70er Jahren in Westdeutschland. Die neue Universität realisiert die Chancen der Bologna-Hochschulstrukturreform und ist nicht mit den Gesamthochschulen der 70er Jahre in Westdeutschland zu vergleichen.

Warum sind noch viele Fragen offen?

Einige Fragen können noch nicht abschließend beantwortet werden. Welche Fächer genau die neue Universität letztlich umfassen und wie ihre innere Struktur gestaltet sein wird. Oder: Welche Studiengänge angeboten werden. Mit dem Gesetzentwurf wird nur die Grundstruktur der Universität – z. B. die Leitung und Gremien in der Gründungsphase geregelt.

Weiterhin berät zurzeit der Wissenschaftliche Beirat unter anderem in mehreren Fachforen gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern beider Hochschulen und Experten aus ganz Deutschland über die Profile einzelner Disziplinen.

Die Ergebnisse dieser Beratungen bilden dann eine wichtige Grundlage für eine letztlich von der neuen Universität selbst zu gestaltende Entwicklung.

An welcher Stelle befindet sich der neue Standort der neu zu errichtenden Universität?

Die neue Universität wird Standorte in Cottbus und Senftenberg haben.

Können die Beschäftigten der BTU Cottbus UND der Hochschule Lausitz - sowohl Beamte als auch Tarifbeschäftigte - davon ausgehen, dass
- ALLE bisherigen bestehenden Arbeitsplätze mit Stand: letzter Tag des Bestehens der bisherigen BTU Cottbus und der HS Lausitz,
- zu 100% an jeweiligen Standorten in Cottbus und in Senftenberg und
- zu 100 % dauerhaft (mindestens) in den zum Zeitpunkt der beabsichtigten Schließungen der BTU Cottbus und der HS Lausitz jeweils bestehenden Eingruppierungen und 
- im Ressort MWFK und in der jeweiligen Dienststelle der neu zu gründenden Universität
erhalten bleiben?

Die  bisherigen Verträge für Tarifbeschäftigte haben ebenso Bestand wie die Dienstverhältnisse der Beamten. Da sowohl Cottbus als auch Senftenberg die Standorte der neuen Universität sein werden, werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch in diesen Städten ihren Arbeitsplatz haben. Sicherlich wird ein Großteil der Beschäftigten an ihrem bisherigen Dienstort verbleiben. Dass aber ALLE Arbeitsplätze für immer am bisherigen Standort bleiben und nicht an den anderen Standort verlegt werden, kann nicht garantiert werden. Die neue Universität hat (genauso wie die bisherigen Hochschulen) die Möglichkeit, ihre räumliche Organisation selbst zu gestalten. Dabei sind die tarif,- arbeits- und beamtenrechtlichen Regelungen selbstverständlich zu beachten.

Kann es passieren, dass insgesamt in Cottbus oder in Senftenberg ein Stellenabbau erfolgen könnte aufgrund der Schließung beider Hochschule und anschließenden Neugründung einer Universität?

Aufgrund der Schließung beider Hochschulen und der gleichzeitigen Neugründung gibt es keinen Stellenabbau. Allerdings gilt auch hier, dass die neue Universität genauso wie die bisherigen Hochschulen heute schon im Rahmen ihrer Autonomie Stellen abbauen oder umwandeln oder neue Stellen schaffen kann, wenn die haushaltsrechtlichen Voraussetzungen dafür gegeben sind.

Welche arbeitsrechtliche/juristische Relevanz besitzen Aussagen auf den FAQ-Seiten des MWFK für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der betroffenen beiden Hochschulen BTU Cottbus und HS Lausitz?

Die FAQ-Seiten sind ein Service des Ministeriums für die Hochschulangehörigen und interessierte Bürgerinnen und Bürger, um häufig gestellte Fragen zur Neugründung einer Universität in der Lausitz zu beantworten. Naturgemäß können aber individuelle arbeitsrechtliche Fragen einzelner Beschäftigter auch aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes hier nicht behandelt werden.

Was wird mit dem 2. Standort der FH Lausitz in Senftenberg?

Der Standort Senftenberg bleibt erhalten.

Es gibt übereinstimmende Studiengänge in der FH  und in der Uni, aber mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Beispielsweise im Fach BWL ist an der FH  ein Schwerpunkt Wirtschaftsenglisch, an der Uni aber nicht. Wie wird dies geregelt?

Durch die Neugründung der Universität entstehen teilweise in den Fachgebieten größere Einheiten. Welche Profile und Schwerpunkte die einzelnen Studiengänge bekommen, kann das Ministerium nicht vorgeben, sondern es ist Sache der Gremien, in denen die verschiedenen Gruppen – auch die Studierenden – zusammenarbeiten.  Aktuell erfolgen hierzu unter anderem auch Beratungen des Wissenschaftlichen Beirates, zu denen jeweils auch Fachwissenschaftlerinnen und Fachwissenschaftler der beiden Hochschulen eingeladen werden.  

Werden evtl. auch andere Studiengänge angeboten, die es in der jetzigen FH und Uni noch nicht gibt?

Mit der Neugründung soll es ja gerade ermöglicht werden, dass eine dann größere Universität auch neue Studiengänge mit attraktiven Profilen aufbauen kann.  Aktuell erfolgen hierzu auch vorbereitende Beratungen des Wissenschaftlichen Beirates, zu denen jeweils Fachwissenschaftlerinnen und Fachwissenschaftler der beiden Hochschulen und aus ganz Deutschland eingeladen werden.  Klar ist schon jetzt, dass im Bereich Gesundheit und Pflege neue Studiengänge aufgebaut werden.

Wie soll ich einem potentiellen späteren Arbeitgeber erklären, dass ich Triebwerkstechnik an einer Hochschule studiert habe, die sich nahezu vollständig über das Thema "Energie" definiert und evtl. sogar "Energieuniversität" heißt?

Die Bezeichnung der (bisherigen) Universität, an der das Studium begonnen wurde, wird im „Diploma Supplement“ aufgeführt werden, das neben der Abschluss-Urkunde den Absolventen ausgehändigt wird.  Zudem verdeutlicht auch die zukünftige Bezeichnung „Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg“, dass das Fächerspektrum breiter angelegt ist als ausschließlich auf den Energiebereich.

Wie mache ich einem potentiellen Arbeitgeber klar, dass ich unter universitären Bedingungen studiert habe, wenn meine Hochschule die üblichen Ausbildungsformen und Zulassungsvoraussetzungen von Fachhochschule und Universität ineinander verschwimmen lässt?

Entsprechende Informationen werden im „Diploma Supplement“ aufgeführt, das neben der Abschluss-Urkunde den Absolventen ausgehändigt wird. Daraus gehen Theorie- oder Praxisorientierung des Studienganges sowie weitere Informationen zu den Studieninhalten hervor.

Für Ihren Arbeitgeber mag es aber auch gar kein Nachteil sein, wenn Sie an einer Universität studiert haben, unter deren Dach sich forschungs- und anwendungsbezogene, theoriegeleitete wie praxisbezogene Ausbildungsangebote begegnen.

Was ist mit Studierenden, die zu Lehrstühlen ihrer Hochschule über HiWi-Jobs gute Kontakte, inklusive eventueller Absprachen über mögliche spätere Bachelor- und Masterarbeiten, geknüpft und ihr Studium diesbezüglich ausgerichtet haben, wenn man keine Gewissheit über zukünftige Fakultäten und Lehrstühle hat? Wie möchten Sie diesen Personen die Gefährdung ihrer Zukunftspläne, die später eventuell komplett an einer Auflösung der Universität scheitern, erklären und dies rechtfertigen?

Im Dienst befindliche Professorinnen und Professoren, mit denen die hier erwähnten guten „Kontakte“ und “Absprachen“ möglicherweise bestehen, behalten auch in der neuen Universität ihre Lehrstühle, so dass Bachelor- und Masterarbeiten dort weiterhin möglich sein werden. Aber noch einmal: Wer zur Zeit an einer der beiden Hochschulen studiert, wird sein Studium auch hier beenden können.

Wie sollen Studierende an eine neu gegründete Hochschule mit den Standorten Cottbus und Senftenberg gelockt, bzw. die bisherigen Studierenden gehalten werden, wenn keine Klarheit über den Ausbildungsstandort bestimmter Fachgebiete besteht (denn viele Studierende, wie auch ich, hätten sich trotz der ausgezeichneten Ausbildung an der BTU nicht für diese entschieden, wenn der Standort Senftenberg gewesen wäre?

Es ist auch der Hochschule Lausitz gelungen, Studierende für beide Standorte - Cottbus und Senftenberg – zu gewinnen. Beide Städte haben als Hochschulstandorte Potenzial und liegen nur 30 Bahnminuten auseinander. Über die Frage, welche Fachrichtungen an welchem der beiden Standorte angesiedelt sein werden und wie diese beworben werden, werden aber letztlich erst  die Organe der neuen Universität  befinden können. Allerdings ist es beachtlich, dass gerade in einer Phase, in der die Medien über die Neugründung in Cottbus berichten, die BTU Cottbus ihre Studierendenzahlen um 10 Prozent steigern kann.

Akademische Mitarbeiter sind in unserem Land  unverzichtbar zur Gewährleistung von Lehre und Forschung an Universitäten. Wie werden zukünftig Ressourcen zur Durchführung von Lehre und Forschung sowie zur Antragstellung für Forschungsvorhaben im universitären Teil der neuen Einrichtung bereitgestellt?

In den Gesamtetat der neuen Universität fließen die Zuschüsse der bisherigen Hochschulen ein. Die interne Zuweisung von Mitteln an die Fachgebiete liegt in der Verantwortung der Universität.

Der hohe Anteil der befristet angestellten Mitarbeiter macht Übernahmezusagen eigentlich überflüssig, da das Wissenschaftszeitgesetz für ein "natürliches" Auslaufen der Verträge und damit Freiwerden von Kapazitäten sorgt, oder?

Hinsichtlich dieser Frage ergibt sich gegenüber der Situation an den bisherigen Hochschulen und der neuen Universität keinerlei Veränderung.

Ist zukünftig eine bessere Planungssicherheit bei der Vertragsgestaltung für befristet angestellte akademische Mitarbeiter auf Haushaltsstellen zu erwarten?

Die entsprechende Vertragsgestaltung kann nur die neue Universität vornehmen. Sie muss im Rahmen ihrer Personalplanung eine für ihre Struktur angemessene Aufteilung zwischen befristeten und nicht befristeten Stellen vornehmen.

Ist es vorgesehen, die Angehörigen bzw. demokratischen Gremien der beiden Hochschulen in den Prozess der Ausgestaltung der neu zu gründenden Universität einzubeziehen? Wenn ja, wie?

Die Ausgestaltung der neuen Universität beginnt mit dem Datum ihrer Errichtung, d.h. den Mitgliedern der neuen Universität wird keine komplett neu strukturierte Hochschule vom Gesetzgeber vorgesetzt, sondern die neuen Strukturen müssen unter Beachtung bestimmter Rahmenvorgaben von den Mitgliedern der Universität selbst geschaffen werden. Daran sind selbstverständlich alle Gremien und alle Mitgliedergruppen der neuen Universität, z. B. im Rahmen des Gründungssenates, beteiligt. Eine der ersten Aufgaben der neuen Universität wird sein, sich möglichst schnell eine eigene Grundordnung zu geben, in der auch die Beteiligung der Mitgliedergruppen näher auszugestalten ist.

Gleichwohl sind in die jeweiligen vorbereitenden Beratungen des Wissenschaftlichen Beirates schon jetzt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der beiden derzeitigen Hochschulen einbezogen, damit am 1.Juli 2013 nicht bei Null begonnen werden muss.

Wie sollen Studenten "bei Ihren Professoren" zuende studieren, wenn die Professoren kündigen/woanders hingehen weil sie mit der Situation unzufrieden sind, Sie ihre Arbeit von Jahren vernichten?

Für Professoren gilt ein besonderes Einstellungsverfahren, ein sog. Berufungsverfahren, das typischerweise mindestens ein Jahr dauert. Wenn heute eine Professorin oder ein Professor an eine andere Hochschule geht, dann hat sie oder er sich also dort vor einem Jahr oder noch früher beworben. Mit der Gründung der neuen Universität hat das also nichts zu tun. Der Wechsel von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von einer zu einer anderen Hochschule ist durchaus üblich. Erhaltene „Rufe“ an andere Universitäten gelten insbesondere auch als Anerkennung der wissenschaftlichen Leistungen. Wichtig ist es, für die Studierenden eine kontinuierliche Betreuung und Prüfungsmöglichkeiten zu gewährleisten.

Dies kann kurzfristig z. B. durch Lehrstuhlvertretungen erfolgen, die qualitativ dieselben Voraussetzungen wie die Professoren erfüllen müssen.

Vakanzen wären auch bei einer Neustrukturierung der bisherigen BTU „alleine“ möglich. Es ist davon auszugehen, dass - sobald die Neugründung erfolgt und damit die Entwicklungsplanung konkretisiert ist – zügig Neuberufungen erfolgen werden. 

 


Eckpunkte des Beauftragten für die Entwicklung der Hochschul-Region Lausitz

- Eckpunkte zur Weiterentwicklung der Hochschulregion Lausitz (PDF-Datei)