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Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgutes, insbesondere aus jüdischem Besitz

Unter der Herrschaft der Nationalsozialisten wurde eine Vielzahl von Kunstwerken, insbesondere aus jüdischem Besitz beschlagnahmt. Die Bundesrepublik Deutschland hat nach dem Zweiten Weltkrieg unter den Voraussetzungen der alliierten Rückerstattungsregelungen, des Bundesrückerstattungsgesetzes und des Bundesentschädigungsgesetzes begründete Ansprüche wegen des verfolgungsbedingten Entzugs von Kulturgütern erfüllt sowie Verfahren und Institutionen zur Verfügung gestellt, damit sonstige Rückerstattungsverpflichtete von den Berechtigten in Anspruch genommen werden konnten.

Die Bundesrepublik Deutschland hat ungeachtet dieser materiellen Wiedergutmachung auf der Washingtoner Konferenz über Holocaust-Vermögen am 3. Dezember 1998 erneut ihre Bereitschaft erklärt, auf der Basis der verabschiedeten Grundsätze und nach Maßgabe ihrer rechtlichen und tatsächlichen Möglichkeiten nach weiterem NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgut zu suchen.

Vor diesem Hintergrund wurde im Dezember 1999 die Erklärung der Bundesregierung, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zur Auffindung und zur Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturguts, insbesondere aus jüdischem Besitz (Gemeinsame Erklärung) verabschiedet. 

Zur Umsetzung der Gemeinsamen Erklärung hat eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Bundes, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände mit Unterstützung durch Vertreter aus den Bereichen Museen, Bibliotheken und Archive eine Handreichung erarbeitet. Diese Handreichung soll den Kulturgut bewahrenden Institutionen Hilfestellung leisten bei ihren Bemühungen um die Feststellung noch nicht identifizierter NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter und der Vorbereitung von Entscheidungen über deren mögliche Rückgabe.

Anläßlich des 5. Jahrestages der Gemeinsamen Erklärung haben die Unterzeichner einen Appell an Museen und Einrichtungen gerichtet, die Bemühungen zu verstärken, um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut in Deutschland aufzufinden.
Dieser Appell kann auf der Homepage der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder abgerufen werden.

Kontakt - Referat 33

Referat 33
Museen, Denkmalschutz und Denkmalpflege, Erinnerungskultur

Referatsleiterin:
Karin Melzer
Telefon: 0331 / 866 49 50
karin.melzer@mwfk.brandenburg.de