Richtlinien über die Vergabe des Brandenburgischen Denkmalpflegepreises vom 27.08.2002 – in der geänderten Fassung vom 14.06.2017

I.
Die Bewahrung und Vermittlung des kulturellen Erbes des Landes Brandenburg ist eine mit Verfassungsrang ausgestattete Gemeinwohlaufgabe von hoher kulturpolitischer Bedeutung.

Das Wirken von engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie bürgerschaftlichen Initiativen schafft häufig erst die Voraussetzungen, um Denkmale als Teil des kulturellen Erbes dauerhaft zu bewahren.

Zur Würdigung herausragender denkmalpflegerischer Leistungen mit überregionaler Bedeutung stiftet das Land Brandenburg den "Brandenburgischen Denkmalpflegepreis".

Der Brandenburgische Denkmalpflegepreis wird durch das für Kultur zuständige Mitglied der Landesregierung verliehen.

II.
Der Brandenburgische Denkmalpflegepreis kann insbesondere vergeben werden für

1. vorbildliche Leistungen zur Rettung und Erhaltung von Bau- und Gartendenkmalen, technischen Denkmalen sowie archäologischen Denkmalen

2. richtungsweisende Beispiele denkmalverträglicher Umnutzungen von Denkmalen

3. die überzeugende Verbreitung des Denkmalpflegegedankens in der Öffentlichkeit

und

4. langjähriges herausragendes Wirken auf dem Gebiet der Denkmalpflege.

III.
1.   Jährlich werden bis zu drei Preise an Bürgerinnen und Bürger, bürgerschaftliche Initiativen oder juristische Personen des privaten Rechts verliehen. Sie werden insbesondere solchen Personen verliehen, die sich als Eigentümer von Denkmalen, ehrenamtliche Denkmalpfleger, Restauratoren, Architekten oder Archäologen um die Erhaltung, den Schutz und die Pflege von Denkmalen im Land Brandenburg verdient gemacht haben.

Von der Preisvergabe ausgenommen sind hauptamtliche Mitarbeiter der Denkmalbehörden im Land Brandenburg. Juristische Personen des öffentlichen Rechts können zur Würdigung einer vorbildlichen Leistung nach II. Nr. 1 - 4 mit einem undotierten Sonderpreis ausgezeichnet werden.

2.   Die Preisträger erhalten eine Urkunde sowie einen Geldpreis.
Für den "Brandenburgischen Denkmalpflegepreis" (Preise und Anerkennungen) stehen 18.000 Euro zur Verfügung. Die Jury unterbreitet eine Empfehlung über die Verteilung der Mittel auf die Preisträger.

Der Geldpreis für Preise beträgt mindestens 3.000 Euro. Bürgerschaftlichen Initiativen können bis zu 7.500 Euro zuerkannt werden, die für ihre satzungsgemäßen Aufgaben verwendet werden sollen. Die Preise können nicht geteilt werden.

Für besondere Leistungen auf allen Gebieten der Denkmalpflege können bis zu drei Anerkennungen ausgesprochen werden. Die Würdigung wird in Form einer Urkunde übergeben; eine Anerkennung kann mit einem Geldpreis bis zu 2.000 Euro vergeben werden.

IV.
1. Der Brandenburgische Denkmalpflegepreis wird öffentlich ausgeschrieben. Die Vorschläge sind dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg unter Beifügung erläuternder Unterlagen (Maßnahmebeschreibung, Fotos, Pläne, Begründung usw.) bis zum 15. Mai des laufenden Jahres (Posteingangsstempel des Ministeriums) einzureichen.

2. Das für Kultur zuständige Mitglied der Landesregierung wird bei der Entscheidung durch eine Jury beraten. Es beruft die Jurymitglieder für die Dauer von drei Jahren. Wiederberufungen sind zulässig.

Der Jury gehören an:

mit Stimmrecht:

- der Landeskonservator
- der Landesarchäologe
- eine Vertreterin bzw. ein Vertreter der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
- eine Vertreterin bzw. ein Vertreter des Landesdenkmalbeirats
- eine Vertreterin bzw. ein Vertreter des Fachverbandes der Restauratoren des Landes Brandenburg
- eine Vertreterin bzw. ein Vertreter der unteren Denkmalschutzbehörden
- eine Vertreterin bzw. ein Vertreter der Architektenkammer
- eine Vertreterin bzw. ein Vertreter der Fachgebiete Kunstgeschichte, Städtebau oder Restaurierung einer brandenburgischen Hochschule

ohne Stimmrecht:

- eine Vertreterin bzw. ein Vertreter des für Kultur zuständigen Ministeriums.

Die Jury bestimmt aus ihrer Mitte eine Vorsitzende bzw. einen Vorsitzenden, die bzw. der die Zusammenkünfte einberuft und leitet. Sie ist beschlussfähig, wenn mindestens fünf stimmberechtigte Mitglieder anwesend sind. Sie fasst ihre Beschlüsse mit einfacher Mehrheit der anwesenden Mitglieder. Die Mitglieder der Jury sind ehrenamtlich tätig.
Sie erhalten Reisekosten nach dem für das Land geltenden Reisekostenrecht.

3. Die Namen der Preisträgerinnen und Preisträger werden öffentlich bekannt gegeben. Ein Rechtsanspruch auf Zuerkennung des Preises besteht nicht.