13.04.2018Auszeichnungen für ‘sprachenfreundliche Kommunen‘

Neues Fenster: Bild - Siedlungsgebiet - vergrößern Zweisprachige Beschilderung ist im Siedlungsgebiet gesetzlich vorgeschrieben. ©M. Nowak

Kulturstaatssekretärin Ulrike Gutheil hat heute als Beauftragte für Angelegenheiten der Sorben/Wenden des Landes Brandenburg in Lübben (Spreewald) / Lubin (Błota) (Landkreis Dahme-Spreewald) an der Vergabe der Auszeichnungen im Rahmen des 3. Landeswettbewerbes ‘Sprachenfreundliche Kommune – serbska rěc jo žywa‘ teilgenommen. „Der Landeswettbewerb ‘Sprachenfreundliche Kommune‘ ist besonders geeignet, um der Sprache und der Kultur der Wenden eine größere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu verschaffen und deutlich zu machen, dass diese ein zentraler Teil der Lausitzer Identität und Heimat sind. Ich freue mich, dass sich zahlreiche Kommunen, aber auch viele Vereine und Initiativen daran beteiligt haben“, so Gutheil. „Das Land hat in den vergangenen Jahren mit einer Reihe von Maßnahmen dazu beigetragen, die Kultur und Sprache der Wenden besser zu schützen: Im Jahr 2014 wurde das Sorben/Wenden-Gesetz novelliert, 2015 fanden erstmals Wahlen für den Rat für Angelegenheiten der Sorben/Wenden beim Landtag statt, 2016 wurde der Landesplan zur Stärkung der niedersorbischen Sprache verabschiedet, 2017 haben wir unsere Förderung der Stiftung für das Sorbische Volk erhöht und in diesem Jahr werden wir erstmals einen Landespreis für sorbisches/wendisches sprachliches Engagement vergeben. Für Brandenburg ist die wendische Kultur ein außergewöhnlicher Reichtum, den wir auch weiterhin bewahren möchten.“

Im Rahmen der Preisverleihung hat Staatssekretärin Gutheil zudem den teilnehmenden Kommunen die ersten Tafeln ‘Deutsch-sorbische/wendische Gemeinde‘ bzw. ‘Deutsch-sorbische/wendische Stadt‘ übergeben. Diese Tafeln sind für alle Gemeinden im angestammten sorbischen/wendischen Siedlungsgebiet vorgesehen und sollen nicht nur die Zugehörigkeit zum Siedlungsgebiet zum Ausdruck bringen, sondern auch das Engagement in der Kultur- und Sprachpflege bewusst machen. Sie verweisen zudem darauf, dass die Bräuche der Sorben/Wenden Bestandteil des bundesweiten Verzeichnisses des immateriellen Kulturerbes sind.

Der Rat für Angelegenheiten der Sorben/Wenden beim Landtag Brandenburg hat zum dritten Mal zu dem Landeswettbewerb aufgerufen, bei dem die sprachenfreundlichsten Orte und Kommunen gesucht wurden. Teilnehmen konnten Vereine, Initiativen, Gruppen, Ämter, Städte, Gemeinden oder Ortsteile aus dem Land Brandenburg mit Projekten zur Stärkung der sorbischen/wendischen Sprache vor Ort. In diesem Jahr nahmen 17 Gemeinden und ein Amt am Wettbewerb teil. Die Kommunen werden in zwei Gruppen (sprachliches Kern- und Randgebiet) bewertet. Die Siegerkommune erhält jeweils eine Plakette mit dem Wettbewerbslogo. Zudem werden Geld- und Sachpreise sowie weitere Sonderpreise vergeben.

Die Sorben/Wenden sind seit rund 1.500 Jahren in der Lausitz ansässig. Sie haben sich trotz Assimilierungsversuchen früherer Herrscher und Regierungen ihre eigene Sprache und ihre von zahlreichen Festen und vielfältigem Brauchtum geprägte Kultur bewahrt. Die Länder Brandenburg und Sachsen und der Bund unterstützen die Bemühungen der Sorben/Wenden, ihre angestammte nationale Identität zu bewahren und weiterzuent­wickeln. Das Land Brandenburg unterstützt die Stiftung für das sorbische Volk jährlich mit 3,1 Millionen Euro.

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