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11.12.2017Gleiche Rechte für alle – Schutz von Minderheiten ausbauen

Neues Fenster: Bild - Unterzeichnung Minority Safepack - vergrößern ©MWFK

Brandenburgs Kulturstaatssekretärin Ulrike Gutheil hat heute als Beauftragte für Angelegenheiten der Sorben/Wenden des Landes Brandenburg die Minority Safepack Initiative der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten unterzeichnet. „Die brandenburgische Landesregierung hat in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Maßnahmen dazu beigetragen, die Kultur und Sprache der Minderheit der Sorben/Wenden im Land besser zu schützen. Für Brandenburg ist die wendische Kultur ein außergewöhnlicher Reichtum, den wir auch weiterhin bewahren möchten. Gleiches gilt auch für das Niederdeutsche und die nationale Minderheit der deutschen Sinti und Roma“, so Gutheil. „In Europa leben insgesamt rund 50 Millionen Menschen, die einer nationalen Minderheit oder einer Sprachminderheit angehören – aber nur 37 der 90 Sprachen in Europa sind amtlich anerkannt. Die europäische Bürgerinitiative für eine EU-weite Verankerung von Minderheitenrechten ‘Minority Safepack Initiative‘ setzt sich dafür ein, dass für sie europaweit gleiche Standards gelten und ihre sprachliche und kulturelle Vielfalt wirksam geschützt wird – das unterstütze ich sehr. Ich rufe alle Brandenburgerinnen und Brandenburger im Namen der Landesregierung dazu auf, diese Initiative unter www.minority-safepack.eu mit ihrer Unterschrift ebenfalls zu unterstützen.“

Die Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten (FUEN), in der unter anderen auch die Domowina als sorbischer/wendischer Dachverband Mitglied ist, organisiert als europäischer Dachverband der nationalen Minderheiten die Europäische Bürgerinitiative ‘Minority Safepack Initiative‘. Wenn die Initiative bis April 2018 eine Million Unterschriften in mindestens sieben EU-Staaten sammelt, muss sich die EU-Kommission mit ihrem Anliegen befassen. Dabei geht es um Minderheitensprachen, Förderprogramme, Bildung und Kultur, Regionalpolitik, Beteiligung an der Gesellschaft, Gleichheit und um Zugang zu Medien. Das Land unterstützt die Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten in diesem Jahr mit 10.000 Euro.

Die Sorben/Wenden sind seit rund 1.500 Jahren in der Lausitz ansässig. Sie haben sich ihre eigene Sprache und ihre von zahlreichen Festen und vielfältigem Brauchtum geprägte Kultur bewahrt. Die Länder Brandenburg und Sachsen und der Bund unterstützen die Bemühungen der Sorben/Wenden, ihre angestammte nationale Identität zu bewahren und weiterzuent­wickeln. Das Land Brandenburg hat 2014 das Sorben/Wenden-Gesetz novelliert, um die Kultur und Sprache der nationalen Minderheit besser zu schützen. Im Jahr 2015 fanden erstmals Wahlen für den Rat für Angelegenheiten der Sorben/Wenden beim Brandenburger Landtag statt und 2016 wurde der Landesplan Niedersorbisch zur Stärkung der niedersorbischen Sprache verabschiedet. Das Land unterstützt die Stiftung für das sorbische Volk jährlich mit 3,1 Millionen Euro.

Um die Regionalsprache Niederdeutsch besser zu schützen und zu fördern, hat die Landesregierung in diesem Jahr eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit zwischen dem Land Brandenburg und der niederdeutschen Sprachgruppe beschlossen. Mit der Vereinbarung werden Ansprechpartner, Kommunikationsstrukturen und gemeinsame Handlungsfelder festgelegt, um die Regionalsprache Niederdeutsch in Brandenburg zu erhalten und verstärkt zu fördern und die gesetzlichen Verpflichtungen aus der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen umzusetzen. Zudem fördert das Land den Verein für Niederdeutsch künftig mit jährlich 50.000 Euro. Die Regionalsprache Niederdeutsch, im Volksmund ‘Platt‘ genannt, ist keine Mundart des Hochdeutschen, sondern eine eigene westgermanische Sprache mit Verwandtschaft zum Friesischen und Englischen. Sie ist in Brandenburg seit Jahrhunderten beheimatet und wird seit Generationen vorwiegend mündlich weitergegeben. Im Land Brandenburg gibt es in der Prignitz, der Uckermark, im Fläming sowie im Oder- und Havelland niederdeutsche Mundartvereine.

Die deutschen Sinti und Roma leben seit Jahrhunderten im heutigen deutschen Staatsgebiet und sind bundesweit als nationale Minderheit geschützt. Im Land Brandenburg leben einzelne Angehörige dieser Minderheit. Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt in der Antidiskriminierungsarbeit sowie der Erinnerungs- und Gedenkkultur angesichts des nationalsozialistischen Völkermordes an den Sinti und Roma, in den auch die ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen und Ravensbrück einbezogen waren. Eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit zwischen dem Land und dem Landesverband deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg wird zurzeit erarbeitet.

Weitere Informationen:
www.minority-safepack.eu
www.fuen.org/de

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