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08.09.2017‘Tetzel – Ablass – Fegefeuer‘

Neues Fenster: Bild - Ablassbrief im Museum des Mönchenklosters  - vergrößern Stadtverwaltung Jüterbog

Kulturministerin Martina Münch hat heute in Jüterbog (Landkreis Teltow-Fläming) die Ausstellung ‘Tetzel – Ablass – Fegefeuer‘ eröffnet. Sie würdigte die Schau als bedeutenden Beitrag zum Reformationsjahr und dankte allen Beteiligten für ihr großes Engagement. Jüterbog gehört mit dem Wirken des Ablasspredigers Johann Tetzel zu einem der authentischsten Orten der Reformationsgeschichte im Land Brandenburg. Die beeindruckende Doppel-Ausstellung in Jüterbog rückt – neben zahlreichen weiteren Ausstellungsprojekten wie in Potsdam, Frankfurt (Oder), Mühlberg/Elbe und Brandenburg an der Havel – die Religions- und Kulturgeschichte spannend, vielschichtig und facettenreich in den Blickpunkt und lädt zugleich ein, über Religion und Gesellschaft heute zu diskutieren“, so Münch. „Insbesondere der Gedanke der Toleranz und Akzeptanz spielt in diesem Jubiläumsjahr eine wesentliche Rolle. Nach Jahrhunderten mit Konflikten und Kriegen – auch und gerade in Folge der kirchlichen Spaltung – folgte die Aufklärung, die eng verbunden war mit dem Gedanken der religiösen Toleranz, der Akzeptanz von Menschen unterschiedlicher Konfession und unterschiedlicher Herkunft. In dieser Tradition geht es auch in unserer heutigen globalisierten Welt darum, das friedliche Miteinander von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen voranzubringen und denen, die vor Verfolgung fliehen, Schutz zu gewähren. Auch das ist eine Botschaft des Reformationsjubiläums, betonte Münch. Neben der Präsentation dieses kulturellen und geistigen Erbes und der Beförderung gesellschaftlich-theologischer Diskurse werden im Jubiläumsjahr auch alte Kloster- und Kirchenanlagen, weitere historisch bedeutsame Orte und attraktive Museen in den Blickpunkt gerückt – davon profitiert nicht zuletzt der Kulturtourismus.“

Die Sonderausstellung ‘Tetzel – Ablass – Fegefeuer‘ an zwei Standorten ist der Höhepunkt der Aktivitäten der Stadt Jüterbog zum Reformationsjubiläum. Im ehemaligen Chor der Mönchenkirche verdeutlichen bildkräftige Installationen den Besucherinnen und Besuchern Voraussetzungen und Funktionen des vorreformatorischen Ablasses und den historischen Kontext des Ablasspredigers Johann Tetzel. Die Nikolaikirche macht mit ihrer reichen vorreformatorischen Ausstattung erlebbar, welche Bedeutung Frömmigkeit, Jenseitsvorsorge und besonders die verschiedenen Formen des Ablasswesens hatten. Die Ausstellung ist bis zum 26. November zu sehen. Das Ausstellungsprojekt wurde als eines der wichtigsten Projekte im Land zum Reformationsjubiläum mit rund 63.000 Euro aus Mitteln des Landes gefördert. Neben der Sonderausstellung finden anlässlich des 500-jährigen Jubiläums der Reformation auch Vorträge, ein Volksfest, ein Mysterienspiel und das Open-Air-Theaterspektakel ‘Michael Kohlhaas‘ statt.

Das Kulturland-Jahr 2017 unter dem Titel ‘Wort & Wirkung. Luther und die Reformation in Brandenburg‘ nimmt mit rund 30 geförderten Projekten und mehr als 300 Veranstaltungen in allen Regionen des Landes die Reformation vor Ort und ihre Folgen für das Alltagsleben der Menschen, ihren Glauben, ihre Wertvorstellungen, ihre Lebensgestaltung und ihr Verhältnis zur Gesellschaft in den Blick. Gemeinsam mit kulturellen, wissenschaftlichen und touristischen Partnern wurde ein Programm aufgestellt, das Besuchern Orte, Persönlichkeiten und Zeugnisse der Reformation nahebringt. Das Land fördert das Themenjahr mit insgesamt 365.000 Euro.

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