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30.08.2017Reformation auch heute noch aktuell

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Das Jubiläum „500 Jahre Reformation“ eröffnet nach den Worten von Ministerpräsident Dietmar Woidke große Chancen zur Besinnung und Verständigung auf grundlegende Werte der Gesellschaft. „Dazu zählen Rede- und Gedankenfreiheit, religiöse Toleranz und die Eigenverantwortung des Einzelnen“, sagte Woidke heute in Potsdam auf einer Pressekonferenz. Dabei informierte er über den Höhepunkt der Feierlichkeiten in Brandenburg, die Festveranstaltung am 7. September und die zentrale Ausstellung in Potsdam.

Auf der gemeinsamen Festveranstaltung des Landes,  der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) und des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) in der Evangelischen St. Nikolaikirche in Potsdam wird mit der Festrede Woidkes auch die Vortragsreihe „Reformation und Freiheit“  eröffnet. Sie begleitet die zentrale Ausstellung „Reformation und Freiheit. Luther und die Folgen für Preußen und Brandenburg“, die anschließend im HBPG eröffnet wird.

Woidke: „Beide Formate werden dazu beitragen, die Spuren der Reformation neu zu entdecken, die Geschichte unseres Landes besser zu verstehen und Schlussfolgerungen für die Zukunft zu ziehen.“ Der Ministerpräsident verwies darauf, dass die zentrale Ausstellung dank der engen Zusammenarbeit deutscher und polnischer Partner möglich wurde. „Sie erinnert an ein Wegstück deutsch-polnischer Geschichte und rückt dabei den Begriff der Freiheit in den Mittelpunkt. Heute leben Deutsche und Polen im ‚gemeinsamen Haus Europa‘ und stellen sich den Herausforderungen der Gegenwart.

Der Bischof der evangelischen Kirche, Markus Dröge, betonte: „Ich freue mich auf die Kooperationsveranstaltung von Land, Kirche und Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte. Sie ist ein absolutes Highlight in diesem Jahr. Die Reformation hat vieles verändert, das bis heute fortwirkt: sie hat das Bildungswesen für Mädchen und Jungen und die Hilfe für Kranke und für Behinderte auf eine neue Grundlage gestellt, sie hat den Weg geebnet für religiöse und weltanschauliche Vielfalt. Vor allem aber hat sie den Menschen ein neues Bewusstsein ihrer selbst vermittelt.“

Kulturministerin Martina Münch hob hervor: „Die beeindruckende Ausstellung in Potsdam mit dem Thema Reformation und Freiheit, aber auch die weiteren Ausstellungsprojekte im ganzen Land, etwa in Frankfurt (Oder), Mühlberg an der Elbe, Brandenburg an der Havel und Jüterbog rücken Religions- und Kulturgeschichte neu, spannend, vielschichtig und facettenreich in den Blickpunkt und laden zugleich ein, über Religion und Gesellschaft heute zu diskutieren. Alte Kloster- und Kirchenanlagen, weitere historisch bedeutsame Orte und attraktive Museen finden im Jubiläumsjahr zusätzliche Aufmerksamkeit. Davon profitiert auch der Kulturtourismus.“

Das Land förderte seit 2011 bis zu diesem Jahr  Vorhaben zum Jubiläum mit rund 1,8 Mio. Euro. Davon profitierten neben Kulturland Brandenburg und den Ausstellungen in Jüterbog - „Tetzel kommt“, in Frankfurt (Oder) – „Bürger-Pfarrer-Professoren“ und in Potsdam - „Reformation und Freiheit. Luther und die Folgen für Preußen und Brandenburg“ auch der 2015 abgeschlossene Aufbau des reformationsgeschichtlichen Museums MÜHLBERG 1547.

Die wissenschaftliche Kuratorin der Potsdamer Ausstellung, Dr. Ruth Slenczka, sagte: „Nichts ist wichtiger als Freiheit. Während der Vorbereitung der Ausstellung wurde mir deutlich, dass diese Überzeugung bereits im 16. Jahrhundert Konjunktur hatte. Das wollte ich erlebbar machen und mit Objekten, die interessante Geschichten erzählen, vermitteln. Das war eine große Herausforderung, anspruchsvoll, aber im Ergebnis überzeugend!

Der Direktor des HBPG, Dr. Kurt Winkler, ergänzte: „Nur scheinbar sind die Ereignisse vor 500 Jahren weit von uns entfernt. Fährt man durch Brandenburg, so stößt man allenthalben auf die Spuren der Reformation. Damit meine ich nicht nur unmittelbare Zeugnisse wie Kirchenemporen oder Pastorenbildnisse, sondern auch geschichtliche Fernwirkungen, wie das Verlangen nach Freiheit, ohne das die Bürgerrechtsbewegung in der untergehenden DDR nicht denkbar gewesen wäre.

Die gemeinsame Festveranstaltung des Landes, der EKBO und der BKG/HBPG findet am  7. September, 17.00 Uhr, in der Evangelischen St. Nikolaikirche in Potsdam statt. Nach einer Andacht von Bischof Dröge hält Ministerpräsident Woidke die Festrede. Eine Einführung in die zentrale Ausstellung „Reformation und Freiheit. Luther und die Folgen für Preußen und Brandenburg“ geben Kuratorin Dr. Ruth Slenczka und HBPG-Direktor Dr. Kurt Winkler.

Die Ausstellung ist vom 8. September 2017 bis 21. Januar 2018 im HBPG zu sehen.

(Weitere Infos: www.hbpg.de/ausstellungen/reformation-und-freiheit.html)

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