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01.08.2017Kabinett stärkt Schutz von Minderheitensprachen

Das Kabinett hat heute einer von Kulturstaatssekretärin Ulrike Gutheil vorgelegten Vereinbarung über die Zusammenarbeit zwischen dem Land Brandenburg und der niederdeutschen Sprachgruppe zugestimmt. Damit erfüllt das Kulturministerium sowohl den Auftrag des Landtags zum Ausbau von Mehrsprachigkeit und Sprachenvielfalt in Brandenburg als auch Verpflichtungen aus der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen. Durch die Vereinbarung wird erstmals in Brandenburg eine verbindliche Regelung zur Förderung der geschützten Regionalsprache Niederdeutsch getroffen.

Kulturstaatssekretärin Ulrike Gutheil sagte, die Vereinbarung sei ein wichtiger Schritt zum verstärkten Schutz von Minderheitensprachen sowie zur Verbreitung, Pflege und Revitalisierung der im Land anerkannten Regionalsprache Niederdeutsch. „Der Erhalt dieser Sprachen stiftet Identität, stärkt regionale Bindungen und ist eine Bereicherung für unser ganzes Land. Brandenburg hat sich im Rahmen der europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen dazu bekannt, diese Sprachen zu schützen und zu fördern. Dazu gehören in Brandenburg insbesondere die Regionalsprache Niederdeutsch und die Minderheitensprache Niedersorbisch.

Der Schutz und die Weiterentwicklung dieser Sprachen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der wir uns in enger Zusammenarbeit mit den in diesem Bereich engagierten Verbänden und Vereinen stellen. Zur Stärkung des Niedersorbischen haben wir 2014 das Sorben/Wendengesetz und verschiedene andere Gesetze mit einer ganzen Reihe von Maßnahmen geändert. Zur Stärkung des Niederdeutschen haben wir nun eine entsprechende Vereinbarung vorgelegt, in der wir uns auch zur finanziellen Unterstützung dieser Regionalsprache verpflichten. Diesen Weg wollen wir weiter ausbauen.“

Mit der Vereinbarung werden Ansprechpartner, Kommunikationsstrukturen und gemeinsame Handlungsfelder festgelegt, um die Regionalsprache Niederdeutsch in Brandenburg zu erhalten und verstärkt zu fördern und die gesetzlichen Verpflichtungen aus der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen umzusetzen. Zudem fördert das Land den Verein für Niederdeutsch künftig mit jährlich 50.000 Euro. Bereits seit Herbst 2015 gibt es eine Arbeitsgruppe Niederdeutsch beim Kulturministerium, in der Vertreterinnen und Vertreter des Landes und der brandenburgischen Platt-Sprecherinnen und -Sprecher regelmäßig über den Erhalt und die Förderung der Regionalsprache Niederdeutsch beraten. Die Vereinbarung zwischen Kulturministerin Martina Münch und dem Verein für Niederdeutsch in Brandenburg sowie den beiden Brandenburger Vertreterinnen im Bundesrat für Niederdeutsch wird in Kürze unterzeichnet.

Die Regionalsprache Niederdeutsch, im Volksmund ‘Platt‘ genannt, ist keine Mundart des Hochdeutschen, sondern eine eigene westgermanische Sprache mit Verwandtschaft zum Friesischen und Englischen. Sie ist im heutigen Land Brandenburg seit Jahrhunderten beheimatet und wird seit Generationen vorwiegend mündlich weitergegeben. Das Niederdeutsche ist in der Bundesrepublik auf der Grundlage der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen anerkannt, und das Land Brandenburg hat sich auf der Grundlage des Artikels 7 der Charta zum Schutz und zur Pflege der Sprache verpflichtet. Zu den Charta-Sprachen in Deutschland zählen neben dem Niederdeutschen auch Nord- und Saterfriesisch, Nieder- und Obersorbisch, Dänisch und Romanes. Im Land Brandenburg gibt es in der Prignitz, der Uckermark, im Fläming sowie im Oder- und Havelland niederdeutsche Mundartvereine.

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