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20.07.2017Kulturerbe ist ein Grundpfeiler Europas

Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch in ihrer Funktion als Präsidentin des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz (DNK) hat heute in Potsdam gemeinsam mit Matthias Wemhoff, Direktor des Berliner Museums für Vor- und Frühgeschichte und Vorsitzender des Nationalen Programmbeirats zum Europäischen Kulturerbejahr 2018, Brigitte Faber-Schmidt, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte gemeinnützige GmbH, Kulturland Brandenburg, Janin Hartmann, Projektleiterin des ‘Europäischen Wettbewerbs‘ der Europäischen Bewegung Deutschland, und Marius Müller, Mitbegründer der studentischen Initiative ‘European Students‘ Association for Cultural Heritage‘ von der Universität Passau das Europäische Kulturerbejahr 2018 ‘SHARING HERITAGE‘ in Deutschland vorgestellt. Neben der Präsentation der ersten Projekte wurde auch die digitale Plattform sharingheritage.de, auf der sich künftig alle deutschen Projekte zum Kulturerbejahr präsentieren, offiziell gestartet. Im Land Brandenburg wird das Kulturland-Thema ganz im Zeichen des Europäischen Jahres stehen.

Kulturministerin und DNK-Präsidentin Martina Münch begrüßte, dass mittlerweile mehr als 200 Institutionen den Aufruf zum Europäischen Kulturerbejahr 2018 unterzeichnet haben und rief weitere Akteure dazu auf, sich daran zu beteiligen. „Alle öffentlichen und privaten Bewahrer und Vermittler des kulturellen Erbes, wie Museen, Erinnerungsorte, Archive, Bibliotheken und Vereine, sowie die Zivilgesellschaft sind aufgerufen, sich mit Projekten und Veranstaltungen am Europäischen Kulturerbejahr aktiv zu beteiligen. Ich freue mich, dass wir bereits jetzt mehr als 30 Projekte auf der neuen digitalen Plattform sharingheritage.de präsentieren können“, so Münch. „Das vielseitige und unterschiedliche kulturelle Erbe ist Teil unserer europäischen Geschichte und Grundpfeiler unserer kulturellen Vielfalt. Das Kulturerbejahr bietet uns allen, vor allem aber der jungen Generation, eine einmalige Gelegenheit, die Kultur und Geschichte in Europa neu zu entdecken und mit Leben zu füllen. Vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen in Europa und weltweit können wir mit dem Kulturerbejahr das Verbindende unserer gemeinsamen kulturellen Wurzeln und zugleich die kulturelle Vielfalt des Kontinents in den Blickpunkt rücken. Mit dem Kulturerbejahr wollen wir wieder ‘Lust‘ auf Europa machen.“

Matthias Wemhoff, Direktor des Berliner Museums für Vor- und Frühgeschichte und Vorsitzender des Nationalen Programmbeirats zum Europäischen Kulturerbejahr 2018: „Täglich umgeben uns Zeugnisse unserer Geschichte, sie werden schnell so alltäglich, dass wir manchmal motiviert werden müssen, wieder genau hinzusehen. ‘SHARING HERITAGE‘ lädt genau dazu ein. Alles was uns umgibt, kann von kulturellen Kontakten, von der Übernahme von Ideen und Techniken und von historischen Geschehnissen erzählen. Das Europäische Kulturerbejahr 2018 ermuntert zum Hinterfragen und zum Verstehen dieser Zeugnisse. ‘SHARING HERITAGE‘ heißt: Mitmachen.“

Brigitte Faber-Schmidt, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte gemeinnützige GmbH, Kulturland Brandenburg: „Das Kulturlandjahr 2018 zielt darauf, die gemeinsamen und verbindenden kulturellen Wurzeln und Werte in Europa, aber auch die Brüche in der europäischen Geschichte vor Ort im Land Brandenburg sichtbar werden zu lassen sowie eine möglichst breite Teilhabe an dem kulturellen Erbe und Partizipation zu ermöglichen. Insbesondere sollen Projekte initiiert und befördert werden, die jungen Menschen die Möglichkeit eröffnen, sich mit Europa auseinanderzusetzen, in Austausch zu treten und schließlich selbst zu Botschaftern des europäischen Kulturerbes und der europäischen Idee zu werden.“

Das Kulturland-Themenjahr 2018 ‘Brandenburg in Europa – Europa in Brandenburg. Europäisches Kulturerbe im Land Brandenburg‘ wird Teil des deutschen Beitrags zum Europäischen Kulturerbejahr sein. Es wird am 18. Mai 2018 im Klosterstift Neuzelle eröffnet, das zu den bedeutenden und heute noch erlebbaren Orten europäischer Kulturgeschichte im Land Brandenburg gehört und das im nächsten Jahr sein 750-jähriges Gründungsjubiläum begeht. Die Klosteranlage stellt ein beeindruckendes, einmaliges Zeugnis europäischen Kulturerbes in Brandenburg dar, bei dem die gegenseitige Durchdringung des materiellen wie des immateriellen Kulturerbes hervorragend sichtbar wird. Insgesamt werden rund 30 Projekte im kommenden Kulturland-Jahr mit unterschiedlichen künstlerischen und kulturellen Zugängen vielfältige Perspektiven auf das europäische Kulturerbe in Brandenburg geben.

Janin Hartmann, Projektleiterin des ‘Europäischen Wettbewerbs‘ der Europäischen Bewegung Deutschland: „Die Themen des Europäischen Kulturerbejahres sind ideal für unseren Schülerwettbewerb. Im Schuljahr 2017/18 rufen der Europäische Wettbewerb und die Europäische Bewegung Deutschland unter dem Motto ‘Denk mal – worauf baut Europa?‘ Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen dazu auf, sich kreativ mit europäischer Kultur und Geschichte auseinanderzusetzen.“

Der Europäische Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und wird von allen Kultusministerien, dem Bundesbildungsministerium und dem Auswärtigen Amt gefördert. Jedes Jahr nehmen rund 80.000 Schülerinnen und Schüler von der ersten Klasse bis zur Berufsschule teil. Gewinnen können sie Geld- und Sachpreise sowie Seminare und Reisen nach Berlin, Straßburg und Brüssel. Inhaltlich orientieren sich die Aufgabenstellungen des Europäischen Wettbewerbs am Thema des jeweiligen Europäischen Jahres. Im Schuljahr 2017/18 beteiligt sich der 65. Europäische Wettbewerb am Europäischen Kulturerbejahr. Unter dem Motto ‘Denk mal – worauf baut Europa‘ sind Schülerinnen und Schüler eingeladen, Europas Fundament ‘freizulegen‘.

Marius Müller, Mitbegründer der studentischen Initiative ‘European Students‘ Association for Cultural Heritage‘ von der Universität Passau: „Als Initiatoren des europäischen Studentennetzwerkes ‘European Students‘ Association for Cultural Heritage‘ haben wir uns das ambitionierte Ziel gesetzt, das Europäische Kulturerbejahr 2018 an möglichst zahlreichen europäischen Universitäten aktiv mitzugestalten. Das kulturelle Erbe verbindet uns als europäische Studenten und so verbinden wir Europa.“

Die Initiative ‘European Students‘ Association for Cultural Heritage‘ ist eine an der Universität Passau gegründete studentische Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, anlässlich des Europäischen Kulturerbejahres an den Hochschulen ein nachhaltiges Bewusstsein für das gemeinsame Kulturerbe zu wecken. Hierzu veranstalten die mittlerweile an zehn europäischen Hochschulen aktiven Gruppen, darunter auch an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, Exkursionen und Vorträge und betreiben verschiedene Social Media-Kanäle.

Hintergrund zum Europäischen Kulturerbejahr: Das Europäische Kulturerbejahr unter dem Motto ‘SHARING HERITAGE‘ geht auf eine Initiative des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, des Bundes, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zurück. Im August 2016 hat die Europäische Kommission einen Vorschlag für einen Beschluss vorgelegt, im Februar und Mai 2017 haben das Europäische Parlament und der EU-Ministerrat zugestimmt. In Deutschland haben die Präsidentin des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch, und Kulturstaatsministerin Monika Grütters im März 2017 in Berlin öffentlich zur Mitwirkung am Europäischen Kulturerbejahr 2018 aufgerufen.

Die Europäische Union stellt insgesamt 8 Millionen Euro für Maßnahmen zur Förderung und Bewahrung des gemeinsamen europäischen Kulturerbes im Rahmen des Themenjahres zur Verfügung. Für die Umsetzung des Jahres auf nationaler Ebene sind die jeweiligen EU-Mitgliedstaaten verantwortlich. Der Bund fördert ausgewählte Projekte 2017 mit 3,6 Millionen Euro. Weitere Mittel stellen die Länder und Kommunen bereit.

Der deutsche Beitrag orientiert sich an zwischen Bund, Ländern und Kommunen abgestimmten Themen unter der Grundidee ‘Das Europäische im Lokalen entdecken‘. Der deutsche Beitrag setzt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf die Vermittlung des Kulturerbes an Kinder und Jugendliche. Ein Nationaler Programmbeirat begleitet den deutschen Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr 2018 inhaltlich und beratend. Ihm gehören unter anderem der Deutsche Kulturrat, die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, die Deutsche UNESCO Kommission und der Deutsche Museumsbund an. Der Nationale Programmberat hat fünf Leitthemen entwickelt, die sich als Rahmen für viele Aktionen eignen: ‘Europa: Austausch und Bewegung‘, ‘Europa: Grenz- und Bewegungsräume‘, ‘Die Europäische Stadt‘, ‘Europa: Erinnern und Aufbruch‘ sowie ‘Europa: Gelebtes Erbe‘.

Die digitale Plattform sharingheritage.de ist die zentrale Anlaufstelle für alle Aktivitäten rund um das Kulturerbejahr. Sie dient Interessierten zur Information über das Europäische Kulturerbejahr 2018 in Deutschland und stellt übersichtlich dar, was, wann und wo etwas im Rahmen des Jahres passiert. Darüber hinaus dokumentiert die Plattform bereits abgeschlossene Veranstaltungen und Projekte. Auf sharingheritage.de können sich alle Mitmacher – egal ob große geförderte Leuchtturmprojekte oder zivilgesellschaftlich Engagierte auf lokaler Ebene – wiederfinden, präsentieren und vernetzen.

Das bislang erste und einzige Europäische Denkmalschutz-Jahr fand vor mehr als 40 Jahren statt. Im Ergebnis wurde am 26. September 1975 die Denkmalschutz-Charta vom Europarat mit Empfehlungen zur verstärkten Förderung des Denkmalschutzes verabschiedet.

Weitere Informationen:

www.sharingheritage.de

www.sharingheritage.eu

www.dnk.de

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