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26.06.2017Ein neues Dach für mehr als 35.000 Kunstwerke

Neues Fenster: Bild - Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst - vergrößern ©Marlies Kross

Kulturministerin Martina Münch hat heute in Potsdam gemeinsam mit der Direktorin des Kunstmuseums Dieselkraftwerk Cottbus, Ulrike Kremeier, die Pläne für die Fusion der Museen Dieselkraftwerk (dkw) und Junge Kunst (MJK) zum Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst präsentiert. Der Landtag entscheidet in dieser Woche über den Gesetzentwurf zur Bildung der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder). Vorbehaltlich seiner Zustimmung soll auf dieser Grundlage dann ab dem 01. Juli 2017 das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst in den beiden Städten Cottbus und Frankfurt (Oder) gegründet werden.

Kulturministerin Münch verwies auf die Bedeutung der Fusion für die Kunstlandschaft Brandenburgs: „Das Kunstmuseum Dieselkraftwerk in Cottbus und das Museum Junge Kunst in Frankfurt (Oder) haben in den vergangenen Jahrzehnten beeindruckende Kunstsammlungen vorrangig ostdeutscher Kunst zusammengetragen. Mit dem Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst an zwei Standorten wollen wir – die Zustimmung des Landtags in dieser Woche zum Gesetzentwurf zur Bildung der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder) vorausgesetzt – die beiden Museen zeitgenössischer Kunst gemeinsam etablieren und zu einer neuen außergewöhnlichen Kulturinstitution im Land und darüber hinaus werden lassen. Damit entstehen vielfältige neue Möglichkeiten für die kunstwissenschaftliche Forschung, die kulturelle Bildung, die Kunstvermittlung und das überregionale Marketing“, so Münch. „Zugleich erhöht die Landesregierung ihre bisherige Finanzierung der beiden Museumsstandorte ab dem kommenden Jahr um rund 450.000 Euro auf künftig 1,3 Millionen Euro jährlich für die neue gemeinsame Einrichtung. Dies ist auch vor dem Hintergrund der geplanten Kreisgebietsreform ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der beiden Oberzentren.“

Die Direktorin des Kunstmuseums Dieselkraftwerk Cottbus, Ulrike Kremeier, erklärte, dass „Wesentlich an der Fusion ist die Schaffung eines Museums mit zwei Standorten, aber einer gemeinsamen Sammlung. Dieser Bestand ist eine einzigartige Ressource, die es uns ermöglicht stärkere Wahrnehmungen und kunsthistorische Einordnungen für Positionen, Formen und Themen von Kunst aus Ostdeutschland und ihre Traditionslinien seit den 1950er Jahren zu erarbeiten. Indem wir die Sammlung – die Schnittstelle und Ressource für die Ausstellungsprogramme beider Standorte bildet – immer wieder in unterschiedliche thematische oder zeitliche Zusammenhänge bringen, haben wir die Möglichkeit ihre Rezeption zu intensivieren. Dies bezieht sich einerseits auf die Einschreibung in die Kunstgeschichte, andererseits aber auch auf die kulturelle Bildungsarbeit, die sich von der Kunst ableiten lässt. Denn die Kunst bildet in Museen Erinnerungsräume, die die Vergangenheit für die Zukunft bewahren, müssen aber gleichermaßen immer in der Gegenwart verankert und lesbar gemacht werden, indem sie an heutige ästhetische, aber auch gesellschaftliche Debatten anknüpfen.“

Beide Museen mit ihren zusammen mehr als 35.000 Kunstwerken werden rechtlich künftig in die Trägerstruktur der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder) eingegliedert. Aufgabe der Stiftung, zu der auch das Staatstheater Cottbus gehört, ist die Führung des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst unter der Maßgabe, die Kunstsammlungen des dkw und des MJK zu bewahren, zu pflegen, zu erforschen und der Wissenschaft zugänglich zu machen. Außerdem sollen der Sammlungsbestand in Ausstellungen der Öffentlichkeit gezeigt sowie Aktivitäten im Bereich der kulturellen Bildung angeboten werden. Gründungsdirektorin des neuen Museums wird die jetzige dkw-Leiterin Ulrike Kremeier. Mit der gemeinsamen Ausstellung ‘Schlaglichter. Sammlungsgeschichte(n)‘ haben die beiden Kunstmuseen im Januar 2017 als Ausblick auf die Fusion einen wechselseitigen Einblick in ihre eindrucksvollen Sammlungen mit bekannten Werken aus den Depots und dem Archiv sowie vergessenen, unterschätzten oder unbekannten Kunstwerken gewährt. Der Startschuss für das neue Landesmuseum fällt im Rahmen eines Festprogramms unter dem Motto ‘KUNSTinFUSION‘ am 01. Juli in den beiden Städten Cottbus und Frankfurt (Oder). An diesem Tag wird auch die Ergänzungsvereinbarung zum bestehenden Finanzierungs-Abkommen zwischen dem Land Brandenburg und den beiden Städten Cottbus und Frankfurt (Oder), in dem die künftige Finanzierung der Stiftung geregelt wird, unterzeichnet.

Das Cottbuser Kunstmuseum wurde 1977 als Galerie für Gegenwartskunst gegründet. Im Jahr 1984 erhielt es die Bezeichnung Staatliche Kunstsammlungen Cottbus, 1991 wurde der Name in Brandenburgische Kunstsammlungen Cottbus geändert. Seit 2006 heißt das Museum Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus (dkw). Die Sammlung beinhaltet rund 25.000 Werke aus den Bereichen Malerei, Grafik, Zeichnung, Fotografie, Plakatkunst und Skulptur von 1900 bis in die Gegenwart. Schwerpunkte sind eine grafische Sammlung mit Handzeichnungen, Druckgrafik, Künstlerbüchern, Rollos und Collagen, eine umfangreiche Sammlung an Autorenfotografie sowie eine internationale Sammlung der Plakatkunst. Jährlich werden mehr als zehn Wechselausstellungen gezeigt, die thematische Aspekte präsentieren oder sich einzelnen Künstlerinnen und Künstlern widmen.

Das Kunst-Museum in Frankfurt (Oder) wurde 1965 unter dem Namen Galerie Junge Kunst gegründet und Anfang der 1990er Jahre in Museum Junge Kunst umbenannt. Seine Sammlung umfasst rund 11.000 Werke aus den Bereichen Malerei, Handzeichnungen, Aquarelle, Druckgrafiken, Objekte, Installationen und Skulpturen. Ein Hauptschwerpunkt ist Kunst aus dem Osten Deutschlands seit 1945. Dazu kommt noch eine Sammlung polnischer Druckgrafik der Gegenwart.

Weitere Informationen zum Festprogramm anlässlich der Gründung des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst am 01. Juli 2017 finden sich in der Verlinkung sowie unter:           
www.blmk.de
www.museum-dkw.de
www.museum-junge-kunst.de

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