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10.05.2017Acht weitere Gemeinden gehören zu Siedlungsgebiet der Sorben

Neues Fenster: Bild - Sorben/Wenden - vergrößern ©MWFK

Kulturstaatssekretärin Ulrike Gutheil begrüßt als Beauftragte für Angelegenheiten der Sorben/Wenden des Landes Brandenburg die heutige Zustimmung des Haupt­ausschusses des Brandenburger Landtags, für acht weitere Gemeinden – zum Teil in Gänze, zum Teil für einzelne Ortssteile – die Zugehörigkeit zum angestammten Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden festzustellen. Mit der heutigen Entscheidung ist das Verfahren zur Neu-Aufnahme in das Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden abgeschlossen: Insgesamt wurden Anträge für 33 Gemeinden gestellt – 18 Anträge wurden positiv beschieden, zwei teilweise positiv für einzelne Ortsteile und 13 Anträge wurden abgelehnt. Damit gehören jetzt insgesamt 43 Städte und Gemeinden in Südbrandenburg ganz oder teilweise zum angestammten Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden.

„Mit der heutigen Entscheidung des Hauptausschusses sind sämtliche Anträge zur Feststellung der Zugehörigkeit zum angestammten Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden abgeschlossen. Wir haben in den zurückliegenden Monaten auf der Grundlage des Sorben/Wenden-Gesetzes sorgfältig geprüft und entschieden. Die positiven Entscheidungen sind ein gutes Signal: Wendische Kultur, Sprache und Bräuche sind nicht nur Teil des immateriellen Kulturerbes Deutschlands – sie sind ein Alleinstellungsmerkmal im Süden Brandenburgs und tragen zur Attraktivität der Region bei“, so Gutheil. „Das Land hat in den vergangenen Jahren mit einer Reihe von Maßnahmen dazu beigetragen, die Kultur und Sprache der nationalen Minderheit besser zu schützen. Im Jahr 2014 wurde das Sorben/Wenden-Gesetz novelliert, 2015 fanden erstmals Wahlen für den Rat für Angelegenheiten der Sorben/Wenden beim Brandenburger Landtag statt, 2016 wurde der Landesplan Niedersorbisch zur Stärkung der niedersorbischen Sprache verabschiedet und 2017 haben wir unsere Förderung der Stiftung für das Sorbische Volk erhöht. Zusätzlich stellen wir den Gemeinden einen Ausgleich für aus der Zugehörigkeit zum Siedlungsgebiet entstehende Mehrkosten zur Verfügung, insbesondere für zweisprachige Ortsschilder oder für notwendige Übersetzungskosten der Verwaltung. Für Brandenburg ist die wendische Kultur ein außergewöhnlicher Reichtum, den wir auch weiterhin bewahren möchten.“

Im brandenburgischen Sorben/Wenden-Gesetz werden, neben dem Schutz der Kultur und Sprache der nationalen Minderheit, auch der Schutz, die Erhaltung und die Pflege des angestammten Siedlungsgebietes der Wenden gewährleistet. Mit der Novellierung des Gesetzes im Jahr 2014 konnten bis zum 31. Mai 2016 weitere Anträge zur Feststellung der Zugehörigkeit zum angestammten Siedlungsgebiet gestellt werden. Voraussetzung für die Aufnahme in das Siedlungsgebiet ist die Lage in einem der drei Landkreise Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße sowie der Nachweis der sprachlichen oder kulturellen Tradition bis in die Gegenwart. Als Ausgleich für aus der Zugehörigkeit zum Siedlungsgebiet entstehende Mehrkosten stellt das Land in diesem Jahr insgesamt 170.000 bereit.

Auf der Grundlage des novellierten Sorben/Wenden-Gesetzes wurden seit 2015 folgende Gemeinden neu in das angestammte Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden aufgenommen:

  • Landkreis Dahme-Spreewald: Lübben/Lubin, Alt Zauche-Wußwerk/Stara Niwa-Wózwjerch, Märkische Heide/Markojska Góla, Schlepzig/Slopišća, Schwielochsee/Gójacki Jazor, Spreewaldheide/Błośańska Góla
  • Landkreis Spree-Neiße: Wiesengrund/Łukojce, Felixsee/Feliksowy Jazor, Welzow/Wjelcej, Neuhausen/Kopańce, Döbern/Derbno, Forst/Baršć, Tschernitz/Cersk, Neiße-Malxetal/Dolina Nysa-Małksa (einzelne Ortsteile), Schenkendöbern/Derbno (einzelne Ortsteile)
  • Landkreis Oberspreewald-Lausitz: Calau/Kalawa, Neupetershain/Nowe Wiki, Großräschen/Rań, Neu-Seeland/Nowa Jazorina, Senftenberg/Zły Komorow

Abgelehnt wurden folgende Anträge:

  • Landkreis Dahme-Spreewald: Golßen, Unterspreewald, Jamlitz, Krausnick-Groß Wasserburg, Lieberose
  • Landkreis Spree-Neiße: Groß Schacksdorf-Simmersdorf, Guben, Jämlitz-Klein Düben, Neiße-Malxetal (einzelne Ortsteile), Schenkendöbern (einzelne Ortsteile)
  • Landkreis Oberspreewald-Lausitz: Bronkow, Schwarzheide, Schipkau, Altdöbern, Luckaitztal

Die Sorben/Wenden sind seit rund 1.500 Jahren in der Lausitz ansässig. Sie haben sich trotz Assimilierungsversuche früherer Herrscher und Regierungen ihre eigene Sprache und ihre von zahlreichen Festen und vielfältigem Brauchtum geprägte Kultur bewahrt. Die Länder Brandenburg und Sachsen und der Bund unterstützen die Bemühungen der Sorben/Wenden, ihre angestammte nationale Identität zu bewahren und weiterzuent­wickeln. Das Land Brandenburg hat 2014 das Sorben/Wenden-Gesetz novelliert, um die Kultur und Sprache der nationalen Minderheit besser zu schützen und unterstützt die Stiftung für das sorbische Volk jährlich mit 3,1 Millionen Euro.

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