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23.04.2017Gedenken an die Opfer in Ravensbrück

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Kulturstaatssekretärin Ulrike Gutheil hat heute an der Gedenkveranstaltung anlässlich des 72. Jahrestages der Befreiung des Frauen-KZ Ravensbrück teilgenommen. Sie würdigte die Gedenkstätte als zentralen Ort der Aufarbeitung der Geschichte und der Erinnerung im Land. „Wir sind heute hier, um der Opfer zu gedenken. Wir erinnern in diesen Tagen an die Menschen, die nach Ravensbrück, aber auch an andere Schreckensorte wie Sachsenhausen, Bergen-Belsen, Buchenwald und Dachau verschleppt wurden. Wir erinnern an die Millionen von Opfern in den Vernichtungslagern wie Auschwitz, Treblinka, Majdanek, Sobibór. Wir gedenken aller Opfer: Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, psychisch Kranke, körperlich Beeinträchtigte, Menschen aus den besetzten Staaten Europas sowie Kriegsgefangene aus der Sowjetunion. Unzählige Menschen starben durch Hunger, Erschöpfung, durch Krankheiten, Kälte, durch schwerste Misshandlungen, Hinrichtungen, medizinische Experimente und Massentötungen. Lager wie Ravensbrück stehen für schlimmste Zerstörungen der Individualität und der Humanität – hier wurden Menschen erniedrigt und ihrer Würde beraubt, so Gutheil. „Die Gedenkstätte Ravensbrück ist ein wichtiger Bestandteil der zeitgeschichtlichen Erinnerungskultur des Landes und der historisch-politischen Aufarbeitung und Bildung für nachfolgende Generationen. Hier wird man konkret und unmittelbar an individuelle Schicksale und unzähliges Leid erinnert und kann sich kritisch mit den fürchterlichen Auswirkungen des Nationalsozialismus auseinandersetzen. Gerade junge Menschen sollen für die Mechanismen eines Unrechtssystems sensibilisiert werden – und damit auch für die Notwendigkeit, rassistischen und antisemitischen Stimmungen bereits früh entschlossen entgegenzutreten und sich engagiert für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Pluralismus und Freiheit einzusetzen.“

Mit Gesprächsrunden, Buchvorstellungen, Lesungen, Ausstellungen und Gedenkveranstaltungen erinnern die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück und das Internationale Ravensbrück Komitee am 22. und 23. April an die Befreiung des Frauen-Konzentrationslagers vor 72 Jahren.

Zwischen 1939 und 1945 sind im KZ Ravensbrück 132.000 Frauen, 20.000 Männer und 1.000 weibliche Jugendliche des ‘Jugendschutzlagers Uckermark‘ als Häftlinge registriert worden. Die Häftlinge stammten aus mehr als 40 Nationen, unter ihnen auch zahlreiche Juden sowie Sinti und Roma. Zehntausende wurden ermordet oder starben an Hunger, Krankheiten oder durch medizinische Experimente. Nach dem Bau einer Gaskammer Ende 1944 wurden rund 6.000 Häftlinge von der SS vergast. Ende April 1945 trieb die SS zehntausende Häftlinge auf Todesmärsche in Richtung Nordwesten. 3.000 zurück gelassene Kranke wurden am 30. April 1945 durch die Rote Armee befreit.

Landesweit gibt es mehr als 70 Gedenkstätten, Erinnerungsorte und Museen, die sich mit zeitgeschichtlichen Ereignissen beschäftigen. Das reicht von den großen Gedenkstätten in Sachsenhausen und Ravensbrück zur Erinnerung an Repression und Unterdrückung im Nationalsozialismus über Orte der Erinnerung an jüdisches Leben in Brandenburg wie die Mikwe in Schwedt und den jüdischen Friedhof in Zehdenick sowie Schauplätze im Kontext des Zweiten Weltkrieges in Halbe und den Seelower Höhen bis zu der Gedenkstätte Lindenstraße in Potsdam, dem Menschenrechtszentrum in Cottbus, dem Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt und den Mauer-Stelen in Potsdam. Die Landesregierung unterstützt die Arbeit der brandenburgischen Gedenkstätten in diesem Jahr mit mehr als vier Millionen Euro.

Weitere Informationen: www.ravensbrueck.de

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