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21.04.2017Gedenken an die Opfer des Todesmarschs

Neues Fenster: Bild - Gedenkstätte - vergrößern ©SBG/Archiv Sachsenhausen, S. Erhard

Kulturstaatssekretärin Ulrike Gutheil hat heute in der Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) ein Grußwort zur Gedenkveranstaltung anlässlich des 72. Jahrestages der Todesmärsche des KZ Sachsenhausen gesprochen und die Gedenkstätte als wichtigen Ort der Aufarbeitung der Geschichte und der Erinnerung im Land gewürdigt. „Im Belower Wald lagerten kurz vor Kriegsende auf einem Todesmarsch Tausende KZ-Häftlinge unter unwürdigsten Bedingungen, viele von ihnen starben. Hier wird besonders augenscheinlich, von welchem unbarmherzigen, menschenverachtenden System Deutschland 1945 befreit wurde“, so Gutheil. „Die Gedenkstätte Belower Wald wie auch alle anderen Gedenkorte im Land Brandenburg sind wichtige Bestandteile der zeitgeschichtlichen Erinnerungskultur des Landes und der historisch-politischen Aufarbeitung und Bildung für nachfolgende Generationen. Hier wird man konkret und unmittelbar an individuelle Schicksale und unzähliges Leid erinnert und kann sich kritisch mit den fürchterlichen Auswirkungen des Nationalsozialismus auseinandersetzen. Gerade junge Menschen sollen für die Mechanismen eines Unrechtssystems sensibilisiert werden – und damit auch für die Notwendigkeit, rassistischen und antisemitischen Stimmungen bereits früh entschlossen entgegenzutreten und sich engagiert für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Pluralismus und Freiheit einzusetzen.“

Nach der Räumung des KZ Sachsenhausen durch die SS am 21. April 1945 wurden mehr als 30.000 Häftlinge auf einen der berüchtigten Todesmärsche in Richtung Nordwesten gezwungen, darunter auch Frauen und Kinder. Mehr als 16.000 von ihnen lagerten vom 23. bis 29. April vorübergehend im Belower Wald nahe der Stadt Wittstock/Dosse, ohne Unterkunft und Versorgung. Sie mussten in selbst errichteten Unterständen und Erdlöchern Schutz vor der Witterung suchen und versuchten, ihren Hunger mit Kräutern, Wurzeln und Rinde zu stillen. Für die meisten von ihnen endete der Marsch zwischen dem
03. und 06. Mai 1945 im Raum Parchim-Ludwigslust-Schwerin mit der Befreiung. Mehr als 1.000 starben unterwegs oder wurden von der SS erschossen.

Die Gedenkstätte im Belower Wald ist eine Gedenkstätte für die Opfer des Todesmarsches des Konzentrationslagers Sachsenhausen und informiert über die Todesmärsche am Ende des Krieges. 1965 wurde am historischen Ort ein Gedenkstein aufgestellt, 1975 erfolgte die Einweihung eines Erinnerungsortes, 1981 wurde das Museum des Todesmarsches eröffnet. Im Jahr 2010 wurde die Gedenkstätte nach einer umfassenden Neugestaltung wiedereröffnet. Sie ist eine Außenstelle der Gedenkstätte Sachsenhausen und befindet sich in Trägerschaft der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten.

Landesweit gibt es mehr als 70 Gedenkstätten, Erinnerungsorte und Museen, die sich mit zeitgeschichtlichen Ereignissen beschäftigen. Das reicht von den großen Gedenkstätten in Sachsenhausen und Ravensbrück zur Erinnerung an Repression und Unterdrückung im Nationalsozialismus über Orte der Erinnerung an jüdisches Leben in Brandenburg wie die Mikwe in Schwedt und den jüdischen Friedhof in Zehdenick sowie Schauplätze im Kontext des Zweiten Weltkrieges in Halbe und den Seelower Höhen bis zu der Gedenkstätte Lindenstraße in Potsdam, dem Menschenrechtszentrum in Cottbus, dem Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt und den Mauer-Stelen in Potsdam. Die Landesregierung unterstützt die Arbeit der brandenburgischen Gedenkstätten in diesem Jahr mit mehr als vier Millionen Euro.

Weitere Informationen: www.stiftung-bg.de/below

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