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08.02.2017Kulturministerium fördert 17 Freie Theater im Land

Das Land unterstützt auch in diesem Jahr die Freien Theater in Brandenburg mit mehr als einer Million Euro. Kulturministerin Martina Münch informierte heute über die Förderentscheidungen und würdigte zugleich die Arbeit der Theater: „Mehr als 30 professionelle Freie Theater spielen im Land Brandenburg auf Freilichtbühnen, in Kulturhäusern und in Theatern. Ihr Repertoire umfasst Oper, Kinder- und Jugendtheater und Komödie ebenso wie zeitgenössischen Tanz, Ballett, Puppentheater und experimentelles Theater. Mit ihren kreativen, innovativen und oft leidenschaftlichen Inszenierungen und Events setzen sie facettenreich, unkonventionell und innovativ immer wieder spannende kulturelle und gesellschaftliche Akzente und sind ein beeindruckendes Zeugnis für die kreative Schaffenskraft im Land“, so Münch. „Mit Aufführungen im ganzen Land tragen die Freien Theater dazu bei, dass regionales kulturelles Leben und kulturelle Bildung gestärkt werden. Sie sind eine zusätzliche Attraktion auch für den Kulturtourismus. Das Land unterstützt diese hervorragende Arbeit gerne. Ich freue mich, dass in diesem Jahr 17 Freie Theater eine Förderung erhalten.“

Im Rahmen der jetzt vorgestellten Förderentscheidung unterstützt das Land die Arbeit Freier Theater in diesem Jahr mit einer Million Euro. Davon gehen 770.000 Euro an sechs Freie Theater, die einen Jahreszuschuss erhalten: Die Fabrik Potsdam, das Piccolo Theater Cottbus, das theater 89 in der Uckermark, das Ton und Kirschen Wandertheater aus Werder, das T-Werk Potsdam  und das Theater des Lachens Frankfurt (Oder).  Mit 230.000 Euro werden Projekte elf weiterer Freier Theater gefördert. Zusätzlich erhalten die Freien Theater in diesem Jahr 350.000 Euro im Rahmen der vom Landtag beschlossenen Erhöhung der Mittel für kulturelle Projekte. Damit stehen für die Arbeit der Freien Theater in diesem Jahr insgesamt 1,35 Millionen Euro zur Verfügung. Aufführungen Freier Theater im Land Brandenburg finden jährlich in rund 70 Städten und Gemeinden statt. Die etwa 2.500 Vorstellungen zogen in der letzten Spielzeit rund 200.000 Besucher an. Rund 38.000 Interessierte nahmen an Workshops und Kursen der Theater teil.

Sabine Chwalisz, Vorstandsvorsitzende des Landesverbands Freier Theater e.V., erklärte: „Freie Theater spielen an vielen Orten in Brandenburg, wo interessierte Menschen die Auseinandersetzung mit sich und und anderen suchen und einen Blick über den Tellerrand wagen. Theater ermöglicht die Teilhabe von vielen an Kultur, die Begegnung mit dem Nächsten bei der Rezeption und die Möglichkeit des Austausches über die gemeinsam gemachte Erfahrung. Dieses Angebot in die Fläche zu tragen und hier zu sichern, gleichzeitig ein auch internationales professionelles Spektrum der darstellenden Kunst zu bieten, beschreibt die Arbeit der Freien Theater. Mit 30 Prozent aller Theaterbesucher im Land sind sie künstlerisch und strukturell ein wesentliches Standbein der Theaterlandschaft in Brandenburg.“

Der Landesverband Freier Theater Brandenburg wurde im Jahre 1995 gegründet. Er versteht sich als Interessenvertreter der professionellen Freien Theater im Land Brandenburg und als Dienstleister bei der Gründung, der Entwicklung und Beratung der Freien Theater. Er agiert als Berater für freie Theaterschaffende, Freie Theater, Förderer, Veranstalter und Sponsoren sowie Kulturpolitik, Kulturverwaltung und Öffentlichkeit. Der Landesverband hat aktuell 25 Mitglieder.

Im Rahmen des Pressefrühstücks informierte das Theater des Lachens in Frankfurt (Oder) über seine Arbeit. Es feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Björn Langhans vom Theater sagte: „Das Theater des Lachens in Frankfurt ist das einzige professionelle Puppentheaterensemble für Kinder und Jugendliche im Land Brandenburg, dessen künstlerische Form sich in einer Verschmelzung von Puppen- und Schauspiel präsentiert und sich inhaltlich mit Themen auseinandersetzt, die den Alltag von Kindern und Jugendlichen reflektieren. Hierfür nutzen wir als Grundlage Märchen, zeitgenössische Geschichten und Dramatik. Für unser erwachsenes Publikum haben wir einen abwechslungsreichen Abendspielplan.“ Im Abstand von zwei Jahren veranstaltet das Theater des Lachens das „Osthafen-Festival“, ein Festival für internationales Puppen- und Objekttheater. Daneben bietet das Theater pädagogische Angebote für Schulen und Kindergärten an. Die Theaterpädagogik schafft die Verbindung zwischen dem professionellen Ereignis Theater und der spielerischen Reflektion des Erlebten.

Das Kanaltheater Eberswalde, das sich heute ebenfalls präsentierte, entwickelt seit 2013 aus Themen der Region Barnim Theaterproduktionen mit überregionaler Relevanz. Dabei liegen den Theatermachern gesellschaftspolitische Fragen besonders am Herzen. Es geht sowohl um Bearbeitung der Geschichte als auch um Visionen für die Zukunft. Dokumentarisches Material, Interviews und fiktive Elemente werden bei den Produktionen miteinander verschnitten, Musik, Sound, Rhythmus, performative Ansätze und eine starke Bildsprache sind neben aktuellen Texten ein wesentliches Anliegen. Die Theaterarbeiten des Kanaltheaters sind durch die  Einbeziehung unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen gekennzeichnet. „Wir lieben Trash, schrägen Humor und Unterhaltungswert“, so Kanaltheater-Dramaturgin Katja Kettner.

Das theater 89 aus der Uckermark folgt einem Konzept der Aufführung selten gespielter, vergessener oder ins Abseits gedrängter Autoren sowie der Entdeckung und Förderung neuer Dramatiker und neuen Schreibens. Geschäftsführer Hans-Joachim Frank erläuterte: theater 89 hat sich ein unverwechselbares Profil in der deutschen Theaterszene erspielt, das vom Publikum und von der Fachkritik anerkannt wird. theater 89 versteht sich in der Nachfolge Brechts und zeichnet sich durch avanciertes Ensemblespiel und die Zusammenarbeit mit Laien aus.“ theater 89 zieht durch das Land Brandenburg und pflegt mit seinen Besuchern, mit Kulturvereinen und Kirchgemeinden, vor allem aber mit Schulen und Schülern rege Kontakte. Stützpunkte und Partner sind unter anderem die Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen, die Städte Jüterbog, Angermünde, Eberswalde und Templin sowie das Goethe-Schiller-Gymnasium in Jüterbog.

 

Übersicht der Förderung für Freie Theater im Jahr 2017:

 

fabrik Potsdam:                                                150.000 Euro

Piccolo Theater Cottbus:                                    150.000 Euro

theater 89:                                                       120.000 Euro

Ton und Kirschen Wandertheater:                       115.000 Euro

T-Werk Potsdam:                                              120.000 Euro

Theater des Lachens:                                        115.000 Euro

Kombinat Potsdam:                                            50.000 Euro

Flunkerproduktionen Wahlsdorf:                          20.000 Euro

Theater Comédie Soleil Werder:                          15.000 Euro

Theater Andere Welt Strausberg:                         15.000 Euro

Lehnschulzenhofbühne Viesen:                            15.000 Euro

ART balance/Ensemble I Confidenti:                     20.000 Euro

Poetenpack Potsdam:                                         10.000 Euro

Theater im Schuppen Frankfurt (Oder):               15.000 Euro

Kanaltheater Eberswalde:                                   25.000 Euro

Zuckerhut Theaterproduktion Cottbus:                 20.000 Euro

Theaterschiff Potsdam:                                       25.000 Euro

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