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24.11.2016Brandenburgische Postdoc-Preise 2016 verliehen

Neues Fenster: Bild - Postdoc-Preisverleihung 24.11.2016 - vergrößern ©MWFK

Wissenschaftsministerin Martina Münch hat heute in Potsdam die diesjährigen Postdoc-Preise verliehen. Bereits zum 10. Mal würdigt das Land Brandenburg herausragende Forschungsleistungen der wissenschaftlichen Nachwuchstalente seiner Hochschulen und außeruniversitärer Forschungseinrichtungen durch die Vergabe eines Landespreises. Aufgrund ihrer herausragenden Leistungen erhalten den diesjährigen Postdoc-Preis zwei wissenschaftliche Nachwuchskräfte in der Kategorie Sozial- und Geisteswissenschaften. Die beiden Postdoc-Preise gehen in diesem Jahr an die Kultursoziologin Dr. Sophia Prinz von der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) sowie an den Literaturwissenschaftler Dr. Andree Michaelis-König, der ebenfalls an der Europa-Universität Viadrina tätig ist. Im Rahmen der Festveranstaltung wurden zudem auch die jeweils jahrgangsbesten Absolventinnen und Absolventen der brandenburgischen Hochschulen geehrt.

Wissenschaftsministerin Münch gratuliert den beiden Preisträgern: „Das Auswahlverfahren für die diesjährigen Postdoc-Preisträger hat einmal mehr die enormen Potenziale wissenschaftlicher Nachwuchstalente im Land Brandenburg gezeigt. Die Entscheidung der Jury, in diesem Jahr gleich zwei geisteswissenschaftliche Preise zu vergeben, unterstreicht das hervorragende Niveau der geisteswissenschaftlichen Forschung in Brandenburg.
Sophia Prinz und Andree Michaelis haben exzellente Forschungsleistungen gezeigt – ich hoffe, dass die Auszeichnung als Bestätigung und Motivation für die erfolgreiche Fortsetzung ihrer wissenschaftlichen Karriere dient.
An den brandenburgischen Hochschulen haben im zurückliegenden Jahr erneut einige Studierende ihr Studium mit besonders herausragenden Ergebnissen abgeschlossen – auch ihnen möchte ich sehr herzlich zu ihrem hervorragenden Studienabschluss gratulieren. Ihre Leistungen sind ein Beleg für die engagierte und erfolgreiche Ausbildungsleistung unserer Hochschulen“, so Münch. „Mit der Auszeichnung von herausragenden Nachwuchsforscherinnen und -forschern wollen wir, auch vor dem Hintergrund des 25-jährigen Jubiläums der Hochschulen in diesem Jahr, die außerordentliche Bedeutung junger Wissenschaftler für unser Land deutlich machen – sie treiben die wissenschaftliche Entwicklung voran, sichern internationale Wettbewerbsfähigkeit und tragen dazu bei, dass wir in der Wissensgesellschaft erfolgreich bestehen können. Zur weiteren Stärkung der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung haben wir im vergangenen Jahr eine Landes-Postdoc-Akademie als neuartiges, landesweites Beratungs- und Qualifizierungsnetzwerk installiert, um die Potenziale der hochqualifizierten Postdocs an unseren Wissenschaftseinrichtungen künftig noch effektiver zu fördern.“

Der Postdoc-Preis des Landes Brandenburg wird seit 2007 – bis zum Jahr 2014 noch unter dem Titel „Nachwuchswissenschaftlerpreis“ – in den Kategorien Sozial- und Geisteswissenschaften sowie Natur- und Ingenieurwissenschaften für jeweils im Laufe des zurückliegenden Jahres an Wissenschaftseinrichtungen in Brandenburg entstandene hervorragende Forschungsarbeiten von Postdoktoranden ausgeschrieben. Der Preis ist mit jeweils 20.000 Euro dotiert. Die eine Hälfte des Preisgeldes steht den Gewinnern zur freien Verfügung, mit der anderen Hälfte werden wissenschaftliche Projekte der Preisträger gefördert.

Nach einer schriftlichen Begutachtung der Bewerbungen durch Mitglieder der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften hatten die am besten bewerteten Kandidatinnen und Kandidaten Gelegenheit, ihre Forschungsarbeiten der Jury persönlich zu präsentieren. Die Entscheidung der Jury erfolgte auf Grundlage der schriftlichen Gutachten und der mündlichen Präsentation. Die Jury zur Vergabe des Postdoc-Preises besteht aus zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Günter Stock, Vorstandsvorsitzender der Einstein Stiftung Berlin und ehemaliger Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Die Kultursoziologin Dr. Sophia Prinz hat ein Magisterstudium der Angewandten Kulturwissenschaften an der Universität Lüneburg absolviert und 2012 an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) ihre Promotion zum Dr. phil. abgeschlossen. Seit 2010 ist sie am Lehrstuhl für vergleichende Kultursoziologie der Europa-Universität Viadrina als Wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig und übt zudem seit 2013 die wissenschaftliche Leitung des Johann Jacobs Museums in Zürich aus. Seit 2015 koordiniert sie das von ihr eingeworbene und durch das Bundesbildungsministerium geförderte überregionale Projekt „Mobile Welten. Zur Migration von Dingen in transkulturellen Gesellschaften“, für das sie nun mit dem Postdoc-Preis ausgezeichnet wird. In dem Projekt werden Gegenstände, die nicht eindeutig einer bestimmten Kultur zuzuordnen sind und damit „transkulturell“ sind, zum einen kulturwissenschaftlich analysiert, zum anderen über den Entwurf eines Ausstellungsde­signs für die museale Präsentation der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Nach dem Urteil der Jury zeichnet sich der Forschungsansatz von Sophia Prinz durch seine große Innovativität und Interdisziplinarität aus, der eine tiefgreifende Reflexion ermöglicht und in der Verbindung von Analyse und Ausstellungspraxis ein ungewöhnlicher Ansatz ist.

Der Literaturwissenschaftler Dr. Andree Michaelis-König hat an der Freien Universität (FU) Berlin und am Reed College in Portland, Oregon (USA) Neuere Deutsche Literatur, Philosophie sowie Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft studiert. An seinen Magisterabschluss und die Promotion an der FU Berlin schlossen sich verschiedene Postdoc-Positionen an. Seit 2012 ist er Akademischer Mitarbeiter am Axel Springer-Stiftungslehrstuhl für deutsch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte, Exil und Migration an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). In seiner mit dem Postdoc-Preis ausgezeichneten Arbeit beschäftigt er sich mit dem Begriff der „Überlebenden“ der Shoah und geht der Frage nach, warum der Autor Primo Levi nicht als „Überlebender“ bezeichnet werden wollte. Die Arbeit von Andree Michaelis-König hat die Jury durch ihre unter begriffsgeschichtlichen und methodischen Aspekten höchst innovative und originelle Fragestellung beeindruckt.

Als Jahrgangsbeste wurden folgende Absolventinnen und Absolventen geehrt:

  • Stine Franziska Beitz, Universität Potsdam, Master Mathematik
  • Linda Gennies, Universität Potsdam, Master Linguistik
  • Andreas Schmidt, Universität Potsdam, Master Linguistik
  • Robert Rose, Universität Potsdam, Master Betriebswirtschaftslehre
  • Clara Burkard, Universität Potsdam, Erste Juristische Prüfung
  • Stefan Deike, EUV Frankfurt (Oder), Master International Business Administration
  • Laura Keller, EUV Frankfurt (Oder), Bachelor Kulturwissenschaften
  • Dennis Krause, BTU Cottbus-Senftenberg, Bachelor Ingenieurwissenschaften und Informatik
  • Daniel Krause, BTU Cottbus-Senftenberg, Bachelor Ingenieurwissenschaften und Informatik
  • Patrick Kozlowski, BTU Cottbus-Senftenberg, Master Ingenieurwissenschaften und Informatik
  • Andreas Künnemann, BTU Cottbus-Senftenberg, Master Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik
  • Sebastian Kaim, Fachhochschule Potsdam, Bachelor Design/Interfacedesign
  • Seppe Alaerts, HNE Eberswalde, Master Holzingenieurwesen/Holztechnik
  • Dr. Karin Wild, Fachhochschule für Finanzen, Diplom-Finanzwirtin
  • Germain Wagner, FH für Sport und Management Potsdam, Bachelor Management/Sportmanagement
  • Inga Schoel, FH für Sport und Management Potsdam, Bachelor Angewandte Sportwissenschaft/Gesundheitssport und Prävention
  • Anja Dittmer, FH für Sport und Management Potsdam, Bachelor Angewandte Sportwissenschaft/Leistungs- und Wettkampfsport
  • Jasmin Deborah Jäger, Theologische Hochschule Elstal, Master Evangelische Theologie
  • Alisa Sophie Wenzel, FH der Polizei, Bachelor Polizeivollzugsdienst/Police Service
  • Christopher Decker, FH der Polizei, Bachelor Polizeivollzugsdienst/Police Service

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