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Bräuche und Kultur / nałogi a kultura

Neues Fenster: Bild - sorbische Bräuche und Kultur - vergrößern Das Johannisreiten in Casel/Kózle - seit 2014 immaterielles Kulturerbe des deutschen UNESCO-Verzeichnisses. ©M. Nowak

Das sorbische/wendische Leben ist reich an Traditionen und Bräuchen, die überwiegend an den einst landwirtschaftlich geprägten Jahreslauf gebunden sind. Im Jahr 2014 wurden diese Bräuche in das deutsche UNESCO-Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Einige dieser Bräuche sind lokal oder konfessionell gebunden. Das heißt, dass sie nicht im gesamten Siedlungsgebiet praktiziert werden. So ist das Johannisreiten in Casel/Kózle weltweit einzigartig und das bekannte Osterreiten wird abgesehen vom Kirchspiel Zerkwitz/Cerkwica nur im katholischen Teil der Oberlausitz durchgeführt. Einige Bräuche sind in ähnlicher Form auch in anderen Landesteilen bekannt, gelten in der Lausitz aber als sorbisch/wendisch. Viele dieser Bräuche werden mit großem Engagement von den Dorfgemeinschaften, der Dorfjugend oder Vereinen gepflegt.

Zu den wendischen Bräuchen in der Niederlausitz zählen zum Beispiel: Neujährchen, Woklapnica, Vogelhochzeit, Zapust/Wendische Fastnacht (Zampern, Festumzug), Osterbräuche (Ostereier verzieren, Waleien, Ostersingen, Osterfeuer, Osterwasser, Osterreiten), Maibaum/Pfingstbaum, Johannisreiten, Erntebräuche (Hahnrupfen, Hahnschlagen, Stollenreiten, Kranzstechen), Kirmes, Spinte und Weihnachtsbräuche (Bescher- bzw. Christkind).

Als besonderer Ausdruck sorbischer/wendischer Kultur gelten die bekannten Trachten. Sie sind ebenfalls regional unterschiedlich ausgeprägt. So ist beispielsweise an der Haubenform die Herkunft der Trägerin erkennbar. Die Männertracht hat sich weitgehend verloren. Die Arbeitstrachten sind selten geworden. Weit verbreitet sind in der Niederlausitz jedoch die Festtrachten. Sie werden oft fälschlich als "Spreewaldtracht" bezeichnet. Dieser Begriff wurde vor allem während des Nationalsozialismus verbreitet, um die wendischen (slawischen) Bezüge zu verschleiern. Im Jahr 2013 war die wendische Festtagstracht Deutschlands "Tracht des Jahres".

Zur sorbischen/wendischen Kultur gehören darüber hinaus Literatur, Theater, Tanz, Filme und bildende Kunst. Die Bandbreite reicht von reichhaltiger Volks- und Laienkultur bis zur professionellen Bühnenkunst. Viele Werke liegen auch in deutscher Sprache vor, so dass sie auch nicht sorbisch-/wendischsprachigen zugänglich sind. Die Musik ist reich an Volksliedern. Es gibt charakteristische Musikinstrumente wie Dudelsack, sorbische Geige und Tarakawa. Aber auch sorbische/wendische klassische und Popmusik werden produziert.

In der Region beliebt sind die sorbischen/wendischen Sagenfiguren wie zum Beispiel die Mittagsfrau, der Drache, das Irrlicht, die Lutki, der Nachtjäger, der Wassermann, der Schlangenkönig oder Krabat. Sie sind nicht nur in Texten sondern auch in künstlerischen Darstellungen weit verbreitet.

Nähere Informationen zu Bräuchen, Traditionen, Vereinen und Veranstaltungen sowie Literatur, Flyer, CDs und DVDs erhalten Sie bei der sorbischen Kulturinformation "LODKA". Die Schule für niedersorbische Sprache und Kultur bietet Veranstaltungen rund um die Themen Kultur und Tracht an. Literatur gibt z.B. der Domowina-Verlag heraus. Gastspiele in der Niederlausitz gibt das Sorbische Nationalensemble.

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Der Sorben-/Wendenrat berät den Landtag ©M. Nowak

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