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10.02.2012Lausitz soll neue Universität bekommen

Neues Fenster: Bild - Präsentation des Konzepts der Energieuniversität Lausitz - vergrößern ©MWFK

Wissenschaftsministerin Kunst hat am Freitagmittag in Cottbus das Konzept der Energieuniversität Lausitz vorgestellt. Durch die Neugründung würden hochschultypenübergreifend die praxisnahen und anwendungsorientierten Ausbildungsstudiengänge der Fachhochschule Lausitz und die eher forschungsorientierten Studiengänge der Brandenburgisch Technischen Universität Cottbus unter einem Dach angeboten werden. Die neue Universität soll sich spezialisieren auf alle Fragen der Energietechnologie, der Energiewirtschaft und auch auf energieeffizientes Planen und Bauen. Künftig soll man an der Universität Fachhochschul- und Universitätsabschlüsse erwerben können.

„Für die Spezialisierung auf das Thema Energie sind im Grunde alle Voraussetzungen an beiden Hochschulen schon jetzt vorhanden“, so Kunst. „Es gibt viele Fragen zum Thema Energie, die heute auf eine Beantwortung warten. Durch die Bolognareform ist jetzt auch die Zeit reif für eine Universität, an der die Studenten zwischen einem praxisorientierten und einem eher wissenschaftsorientierten Bachelor wählen können“, so die WIssenschaftsministerin. „Bereits jetzt gibt es funktionierende Kooperationen beider Hochschulen. Mit dem Modell einer Universität wird das vorhandene wissenschaftliche Profil gewinnen. Gleichzeitig wird die Durchlässigkeit für Fachhochschulbachelor zu universitären Abschlüssen steigen. Die Neugründung ist der schnellstmögliche Weg, um den rechtlichen Rahmen dafür und für die Realisierung der Empfehlungen der Kommission zu schaffen“, so die Ministerin.

„Diese Energieuniversität ist die Antwort der Wissenschaft auf die Zukunftsfragen des Energielandes Brandenburg. Sie wird ein Ansprechpartner zu den wichtigen Fragen wie Netzausbau, Energiekonvergenz, Versorgungssicherheit und Preisstabilität sein. Die Energiewende markiert den Zeitpunkt, der Antworten auf genau diese Fragen erforderlich macht.“

Wer jetzt in der Lausitz studiere, könne selbstverständlich sein Studium zu Ende führen. Was sich schnell ändern würde, wäre die Rechtsform: „Ich gehe davon aus, dass sich schon zum Wintersemester 2013/2014 die ersten Studierenden in die Energieuniversität Lausitz immatrikulieren können.“ Entlassungen werde es nicht geben, betonte Kunst. „Hochschullehrende sind Bedienstete des Landes, die in ihren Fachgebieten weiterarbeiten werden.“

Die Neugründung einer Universität in der Lausitz ist das erste Ergebnis einer umfassenden Evaluierung der Hochschullandschaft in Brandenburg. Neben einer Hochschulstrukturkommission des Landes Brandenburg, die bis Mai 2012 ihren Prüfbericht für das gesamte Land Brandenburg vorlegen wird, hatte die sogenannte Lausitzkommission seit Mai 2010 die beiden Hochschulen in Südbrandenburg untersucht.

Der Vorsitzende der Lausitzkommission, Prof. Dr. Dr. h.c. Rolf Emmermann, hatte am Mittag die „Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Hochschulregion Lausitz“ vorgestellt, die Grundlage des Konzeptes von Ministerin Kunst sind. Die Hochschulstrukturkommission des Landes Brandenburg hatte sich im Vorfeld einstimmig hinter die Ergebnisse der Lausitzkommission gestellt.

Der Untersuchungsbericht bescheinigt nach Emmermann der Hochschule Lausitz „insgesamt sehr gute Ergebnisse. Ich bin beeindruckt von der guten Betreuung aber auch von der Begeisterung der Studenten darüber, dass sie hier studieren dürfen. Es gibt an der Hochschule Lausitz innovative Forschung, die nachhaltig ist für die Region“, so Emmermann. Bei der BTU Cottbus sei der Eindruck „eher gemischt“. Es gebe einige gute bis sehr gute Lehrstühle, aber auch andere Lehrstühle mit „deutlichem Verbesserungsbedarf“.

Auch Ministerin Kunst würdigte das Angebot der Hochschule Lausitz als „gut, mit vielfältiger und hervorragender Vernetzung  in die regionale Wirtschaft und einem Forschungsniveau, das sich beispielsweise in der Biotechnologie auf Universitätsniveau bewege“. Trotz teilweise guter bis sehr guter Angebote der BTU Cottbus orientiere sich die technische Universität zu wenig an den Bedarfen der regionalen Wirtschaft. Außerdem  gebe es Defizite in puncto Drittmitteleinwerbung oder Publikationszahlen.“

Prof. Dr. Günter Schulz, Präsident der Hochschule Lausitz:„Die Ergebnisse der Lausitzkommission sehen wir als Anerkennung einer grundsätzlich erfolgreichen Arbeit an der Hochschule Lausitz.“ Zur Universitätsgründung sagte Schulz: „Das ist exakt der Weg, Dinge, über die wir seit Jahren schon diskutieren und die wir seit Jahren auf den Weg bringen wollen, endlich umzusetzen. Wir, die Hochschule Lausitz, haben gezeigt, dass wir zu Strukturveränderungen fähig sind, sodass wir sicherlich auch in der Lage sind, die von uns erwarteten Aufgaben auf dem Weg zu einer Universität zu erbringen.“

Prof. Dr. Walther Ch. Zimmerli, Präsident der BTU Cottbus, zu dem Bericht der Lausitzkommission: „Ich danke der Lausitzkommission für Ihre Arbeit, die nach den Prinzipien fairer kollegialer Bewertung passiert ist. Der Entwurf ist in den meisten Teilen sehr ausgewogen und ich freue mich, dass er sich durchaus deckt mit strategischen Überlegungen, die in der BTU schon vorhanden sind. Das Modell einer Universitätsneugründung in der Lausitz halte ich für eine Chance, ein Aufschlag, der weiterführt. Das Ziel muss aber sein, Synergiepotentiale zu suchen, ohne dass unsere Stärken auf der Strecke bleiben“.

Mitglieder der Lausitzkommission:

Prof. Dr. Dr. h. c. Rolf Emmermann (Vorsitz), Vorsitzender des Landeshochschulrates Brandenburg, Gründungsdirektor  und  ehem.  Vorstandsvorsitzender  des  Helmholtz­Zentrums  Potsdam,  Deutsches GeoForschungsZentrum –GFZ, ehem. Mitglied des Ausschusses „Blaue Liste“ des Wissenschaftsrates und des Senatsausschusses „Evaluierung“ der Leibniz­Gemeinschaft, Präsidiumsmitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech), Vorsitzender 

des Kuratoriums der Humboldt­Universität zu Berlin 

Prof. Dr. h. c. Clemens Klockner (stellv. Vorsitz), Stellvertretender Vorsitzender des Landeshochschulrates Brandenburg, Präsident a. D. der Hochschule RheinMain, 

ehm. Mitglied des Wissenschaftsrates und langjähriger Vizepräsident der Hochschul-rektorenkonferenz 

Prof. Dr.­Ing. Bernd Hillemeier, ehem. Inhaber des Lehrstuhls Baustoffe und Bau-stoffprüfung und geschäftsführender Direktor des Instituts für Bauingenieurwesen der TU Berlin, Direktor des Instituts für Erhaltung und Modernisierung von Bauwerken IEMB Berlin, Mitglied des Präsidiums der Deutschen Akademie der Technikwissenschaf-ten (acatech) 

Prof. Dr.­Ing. Peter Mayr, ehem. Direktor des Instituts für Werkstofftechnik, Universi-tät Bremen, ehem. Mitglied des Wissenschaftsrates und Vorsitzender der Gutachter-kommission 2001/2002 des  Wissenschaftsrates zur Evaluierung der BTU Cottbus 

Prof. Dr. Sabine Remdisch, Leiterin des Instituts für Performance Management, 

ehemalige Vizepräsidentin für Lebenslanges Lernen und Leiterin der Leuphana 

Professional School, ehemalige Beauftragte für Weiterbildung in Wissenschaft und 

Wirtschaft im Niedersächsischen Ministerium  für Wissenschaft und Kultur.

  • Präsentation des Konzepts der Energieuniversität Lausitz

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