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Geschichte vor Ort

Neues Fenster: Bild - Geschichte vor Ort - vergrößern ©Museum Fürstenwalde

Die Erinnerungskultur in Brandenburg zeichnet sich dadurch aus, dass es in den vergangenen zwanzig Jahren gelungen ist, eine vielfältige, dezentrale und pluralistische zeitgeschichtliche Erinnerungskultur zu entwickeln. Dies ist insbesondere dem Engagement von ehrenamtlich arbeitenden Initiativen und Zeitzeugen in Gedenkstätten und Museen zu verdanken. Für die aktive Begleitung und zielgerichtete Unterstützung dieses gesellschaftlichen Prozesses hat die Landesregierung entschieden, dass es zwanzig Jahre nach der Überwindung der SED-Diktatur an der Zeit ist, eine systematische Bilanz der erreichten Standards und der durch die Gedenkstätten, Museen und Aufarbeitungsinitiativen behandelten Themen zu ziehen.

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur hat in einem öffentlichen und nachvollziehbaren Prozess zwischen Januar und Juli 2009 ein Konzept zur zeitgeschichtlichen Erinnerungskultur erarbeitet, mit dem es das Ziel verfolgt, die Diskussion um klare moralische, gesellschaftlich verhandelte Leitlinien für eine demokratische Erinnerungskultur zu befördern. Das Land Brandenburg begreift die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit als beständigen Prozess, der die demokratische Gesellschaft immer neu herausfordert. Aufgabe der Politik ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, unter denen sich die Aufarbeitung und Deutung von Geschichte auf der Grundlage wissenschaftlicher Forschungsergebnisse pluralistisch entwickeln kann.

Das Konzept der Landesregierung „Geschichte vor Ort. Erinnerungskultur im Land Brandenburg für die Zeit von 1933 bis 1990“ (LINK) ist eine erste Bestandsaufnahme. Das Konzept benennt anhand von Beispielen inhaltliche Schwerpunkte und zeigt thematische Bezüge zwischen Erinnerungsorten bzw. Ausstellungsvorhaben und zeitgeschichtlichen Museen auf. Es verdeutlicht zugleich die Notwendigkeit, bisherige „blinde Flecken“ aufzuarbeiten.

Die Bestandsaufnahme zeigt erstmals die Bandbreite und die thematische Vielfalt der zeitgeschichtlichen Erinnerungskultur im Land Brandenburg. Die systematische Bilanzierung hat als Schwerpunktfelder die Erinnerung an die Verfolgung im Nationalsozialismus, in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR, das weitgehend zerstörte jüdische Leben in Brandenburg, den Zweiten Weltkrieg, die Nachkriegsordnung und den Neubeginn nach 1945, den staatlichen Antifaschismus in der DDR, die deutsche Teilung sowie die Friedliche Revolution ergeben. Das Konzept ist Ausdruck der Überzeugung der Landesregierung, dass die Aufarbeitung der Vergangenheit, die Erinnerung an begangene Verbrechen wachzuhalten und die Verfolgten und Opfer zu würdigen auch weiterhin die gemeinsamen Aufgaben der Zivilgesellschaft, der Kommunen und des Landes sind.

- Das Konzept der Landesregierung „Geschichte vor Ort“
Landesregierung am 28. April 2009 beschlossen [PDF-Datei, 2,4 MB]

- Entwurf "Geschichte vor Ort" [PDF-Datei, 2,4 MB]

- Stellungnahmen zum Entwurf

- Englische Kurzfassung [PDF-Datei, 70 KB]

- Französische Kurzfassung [PDF-Datei, 70 KB]

Kontakt - Referat 33

Referat 33
Museen, Denkmalschutz und Denkmalpflege, Erinnerungskultur

Referatsleiterin:
Karin Melzer
Telefon: 0331 / 866 49 50
karin.melzer@mwfk.brandenburg.de